So, 22. Oktober 2017

Konrad-Austritt

18.11.2015 20:11

Stronach-Tormann bei der VP – die weiter regiert

Otto Konrad hält Elfmeter - und er schießt auch welche: Das beweist das legendäre Video aus 1994, in dem der Parade-Sportler die deutschen Fußballer in Frankfurt besiegte. In der Politik vermisste er die Fairness des grünen Rasens: Nach seinem Austritt aus der Stronach-Partei wendet sich der Abgeordnete der ÖVP zu.

Der Tag danach, 24 Stunden nach dem Austritt des durchaus erfolgreichen und kompetenten Landtagsabgeordneten Otto Konrad aus der Stronach-Riege: Die wenigen Beteiligten halten sich mit plumpen Beschuldigungen ziemlich zurück, denn schließlich geht es um bestens bezahlte Jobs. Wenn die Koalition des Stronach-Teams mit der ÖVP und den Grünen platzt, dann kann es nur Neuwahlen geben. Und da ist derzeit bei Umfragen die gelbe Truppe weg.

Otto Konrad: Die Werte nicht eingehalten
In einem Interview mit dem ORF meinte der studierte Gesundheitsexperte, die Werte seien nicht eingehalten worden und er müsse deshalb Konsequenzen ziehen. Es gebe keine konkreten Vorwürfe, sein Schritt ändere nichts an der Arbeit der Regierung. Insider meinen, Konrad sei am Konflikt zwischen Parteichef Helmut Naderer und Landesrat Hans Mayr zerbrochen.

Landesrat Mayr: Habe nur Zeit zum Arbeiten
Der fleißige Hans Mayr hielt sich der "Krone" gegenüber sehr kurz: "Ich habe keine Zeit zum Nachdenken, ich arbeite bei den Themen Verkehr und Wohnbau und kann mich derzeit nicht mit möglichen Konflikten beschäftigen." Ist also der Parteichef und Klubobmann der "Gelben" an dem ganzen Dilemma schuld?

Helmut Naderer: Wir haben keinen Konflikt
Locker wie nie gab sich Ex-FPÖ-Mann, Parteigründer, Ex-Vizebürgermeister von Seekirchen, Polizeichef von Bergheim und Hobby-Dauerläufer Helmut Naderer im "Krone"-Gespräch: "Es tut mir leid mit Otto Konrad, aber die Arbeit wird darunter nicht leiden. Es geht ja eigentlich nur darum, ob Otto die Klubräume unserer Bewegung oder in Zukunft die der Schwarzen betritt, um die Sitzungen vorzubereiten." Zum Konflikt mit Hans Mayr: Er habe keinen und er wolle auch nicht Landesrat werden. Doch Hans Mayr müsse jetzt einmal festlegen, für wen er bei der nächsten Wahl 2018 kandidieren werde. Für Stronach, für die ÖVP, für die NEOS, für eine Gruppe um den Großarler Hotelier Peter Hettegger oder für den Wirtschaftsbund der ÖVP, wo der frühere Bürgermeister von Goldegg ja noch immer Mitglied sei.

Die ÖVP-Strategen spannten Fangnetz
Dass die Koalition zwischen Schwarz, Grün und Gelb fragil ist, haben ÖVP-Strategen schon längst erkannt. Deshalb bauten sie ein Fangnetz. Otto Konrad wird als freier Abgeordneter an den Sitzungen des Landtagsklubs teilnehmen und auch ohne die verbliebenen zwei Stronach-Abgeordneten Gabriele Fürhapter und Helmut Naderer hat die Regierung 19 von 36 Stimmen im Landtag. Das genügt.

Publicity scheint das wahre Problem zu sein
Ein Insider aus dem Chiemseehof meint, das wahre Problem des angeblichen Konflikts zwischen Hans Mayr und Helmut Naderer zu kennen: Naderer hält die Position des Parteichefs, doch Mayr ist als mächtiger Landesrat für die Monster-Bereiche Wohnbau und Verkehr viel öfter in den Medien als Naderer. So kam es zu Verstimmungen, als bei Sommer-Interviews der regierende Mayr mehr Wortspenden gab als Naderer.

Stronachs gute Idee zerbröselt jetzt
Frank Stronachs gute Idee, die Republik mit einer neuen Partei aus Sach-Politikern aufzumischen, zerbröselt jetzt. Stronach liegt politisch am Boden. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Gelben keine Chance auf den Einzug in den Landtag mehr hätten. Daher die Prognose für 2018: Mayr und Konrad werden mit offenen Armen in der ÖVP aufgenommen.

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