Mo, 20. November 2017

Schlachthof-Skandal

18.11.2015 16:46

Unsägliche Zustände: „Tiere nicht foltern!“

Zu einem Aufschrei in der Bevölkerung haben Berichte über unsägliche Zustände auch in steirischen Schlachthöfen geführt: Aus acht waren dem Verein gegen Tierfabriken Filme zugespielt worden, die teils erschütternde Brutalitäten gegen Schweine und Rinder zeigen. Reaktionen der Schlachthöfe sprechen für sich...

Tritte, brutales Eindreschen, Quälen durch Elektroschocker, Schlachten, ohne dass die Betäubung gegriffen hätte - für die versteckt aufgenommenen Videos braucht man einen starken Magen. Viele entsetzte Reaktionen erreichten die "Steirerkrone", Tenor: "Wir essen zwar Fleisch, verlangen aber die würdevolle Behandlung des Tieres bis zum Tod. Quälerei gehört sofort abgestellt!" Auch der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl betont: "Wir müssen unsere Tiere schützen. Solche Zustände sind einfach untragbar."

Weitere offizielle Reaktionen: Die Veterinärdirektion sagt, dass die Behörde bei der Überwachung des gesamten Prozesses streng darauf achtet, dass Bestimmungen eingehalten würden. Wie kann es dann aber zu solchen Missständen kommen? Christopher Drexler verlangt, "die Vorfälle in den Schlachtbetrieben sind lückenlos aufzuklären und allenfalls rechtlich zu verfolgen" - hat das jedoch als fürs Veterinärwesen zuständige Landesrat in der Hand...

"Wir haben Verträge"
Styriabrid, das an einen Schlachthof liefert, der extrem grauenvolle Bilder lieferte, erklärt, dass  man die Fahrer weiterbilden werde, aber weiterhin dorthin Tiere bringen würde: "Wir haben Verträge." Der auch betroffene Grazer Schlachthof beteuert, zusätzliche Schulungen für alle in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter sowie eine permanente Überwachung umgesetzt zu haben. Jedoch gilt das offenbar nur für den Bereich Elektroschocker; im Rest der Stellungnahme wird vordringlich abgeschwächt.

"Fehlverhalten unserer Mitarbeiter wurde sofort aufgrund von Schulungen eingestellt. Es werden in Zukunft vermehrte Kontrollen und Schulungen durchgeführt", teilt Hans-Peter Ramsauer aus dem Schlachtbetrieb in Heiligenkreuz lapidar auf gezielt gestellte Fragen mit!

Zynische Reaktionen disqualifizieren sich letztendlich selber. Aber Vorsicht: Kein Zuständiger  kann jetzt noch sagen, nichts von Missständen gewusst zu haben. Es muss sich sofort was ändern! Wir töten Tiere für den Genuss - sie aber noch zu foltern ist unentschuldbar.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden