Sa, 18. November 2017

Autonome Waffen

16.11.2015 12:36

Killer-Roboter entkommen Verbotsprozess

Schießpulver und Nuklearwaffen waren die ersten beiden Revolutionen der Kriegsführung, autonome Waffensysteme, sogenannte Killer-Roboter, stehen für die dritte Revolution. Dass letztere trotzdem völkerrechtlich zunächst unbehelligt bleiben sollen, haben die Mitgliedsstaaten der UN-Waffenkonvention am Montag in Genf beschlossen. NGOs kritisieren dieses Ignorieren des aktuellen "High-Tech-Rüstungswettlaufs" scharf.

Kampfroboter, die über mehrere autonome Fähigkeiten verfügen und voll autonom operieren, sind noch nicht verfügbar. Glaubt man den Herstellern, werden diese aber derzeit mit Hochdruck entwickelt und zwar für alle Einsatzbereiche: zu Lande, zu Wasser und in der Luft, wo sie sich künftig über längere Zeit selbständig bewegen, nach Zielen suchen und diese zerstören sollen.

Die Kampagne zum Verbot von autonomen Waffen (Campaign to Stop Killer Robots), ein Zusammenschluss mehrerer NGOs, betrachtet diese Entwicklung mit Sorge und fordert "ein umfassendes Verbot der Entwicklung, der Produktion und des Einsatzes von vollständig autonomen Waffen."

Sieht so der Soldat der Zukunft aus? Das Video zeigt den humanoiden Roboter "Atlas" des zu Google gehörenden Robotikunternehmens Boston Dynamics beim - beängstigend flinken - Waldlauf.

"Geben Entscheidungsgewalt über Leben und Tod an Computer ab"
"Wenn Staaten jetzt nicht vorbeugend handeln, wird eine Vielzahl von Waffen aller Gattungen mit autonomen Fähigkeiten weiterentwickelt werden, das heißt die Entscheidungsgewalt über Leben und Tod wird dann mehr und mehr an Computerprogramme und Algorithmen abgegeben werden", mahnt Jürgen Altmann, Physiker und Friedensforscher, vom International Committee for Robot Arms Control.

Gestritten wird derzeit noch vor allem darüber, wie viel menschliche Kontrolle in Bezug auf die Zielerfassung und die Entscheidung zu töten gewährleistet sein muss und ob autonome Waffen über Leben und Tod entscheiden dürfen. Eine internationale Vereinbarung darüber, wie autonom die kritischen Funktionen von Waffensystemen sein dürfen, fehlt bislang.

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