Mo, 23. Oktober 2017

Terror in Paris

14.11.2015 15:01

„Fassungslos!“ ÖFB-Kicker Fuchs & Co. unter Schock

Die Spieler des österreichischen Nationalteams haben am Freitag spätabends von der Anschlagserie in Paris erfahren. "Ich bin angerufen worden und habe es am Anfang nicht glauben können", sagte ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs am Samstag nach der letzten Einheit des Trainingslagers in Orihuela in Spanien. Im Video oben sehen Sie, wie das Stade de France geräumt wurde.

"Es ist unfassbar. Unsere Gedanken sind bei den Leuten, bei den Familien, die das erleben mussten", betonte Fuchs. Auch im Umfeld des Stade de France in Vorort St. Denis detonierten während des Testspiels Frankreich gegen Deutschland (2:0) drei Bomben. Fuchs: "Ich habe einen Videoclip gesehen, in dem die Explosion zu hören ist. Das geht unter die Haut."

"Jeder ist fassungslos"
Auch innerhalb der Mannschaft seien die Vorfälle ein großes Thema. "Das geht nicht spurlos an dir vorbei. Es wird darüber gesprochen. Man sieht, dass jeder fassungslos ist, dass er das nicht so richtig realisieren kann", erklärte der Kapitän, der sich mit seiner Mannschaft für die EM-Endrunde nächsten Sommer in Frankreich qualifiziert hat. Das Finale findet am 10. Juli im Stade de France statt.

"Angst lassen wir keine aufkommen. Aber man macht sich natürlich Gedanken, wenn man in einem halben Jahr auch dort ist", meinte Fuchs. Der Familienvater, der seit dieser Saison bei Leicester City in England tätig ist, äußerte großes Vertrauen in die Sicherheitskräfte. "Ich denke, dass diejenigen Personen die richtigen Maßnahmen treffen werden."

"Müssen unseren Job machen"
Fuchs versucht, sich ebenso wie seine Teamkollegen weiterhin auf den Fußball zu konzentrieren. "Wir müssen weiter unseren Job machen", sagte der 29-Jährige, der mit dem ÖFB-Team am Dienstag (20.45 Uhr) im abschließenden Länderspiel des Jahres in Wien auf die Schweiz trifft. Für die Partie gibt es laut Polizeiangaben derzeit keinen Hinweis auf eine Gefährdung.

Auch an der Austragung der EM in Frankreich (10. Juni - 10. Juli 2016) bestehe laut Angaben der UEFA derzeit kein Zweifel. Die Auslosung der Gruppenphase erfolgt am 12. Dezember in Paris. Absagen wichtiger Sportereignisse kann Fuchs nichts abgewinnen. "Es wäre das falsche Zeichen, alles abzusagen", meinte der Niederösterreicher. "Es ist das richtige, weiterzumachen."

Im folgenden Video sehen Sie, wie die Spieler bei der Partie Frankreich - Deutschland auf die Explosion reagierten:

Windtner vertraut Sicherheitsvorkehrungen
ÖFB-Präsident Leo Windtner zeigte sich in einer Aussendung überzeugt, "dass die französischen Behörden alle Sicherheitsvorkehrungen für die bevorstehende Auslosung ebenso wie für die Endrunde treffen werden, um eine sichere Durchführung zu gewährleisten". Von ÖFB-Teamchef Marcel Koller gab es am Samstag im Camp in Spanien auf Anfrage mehrerer Medien keine Stellungnahme.

Das sagen weitere ÖFB-Teamspieler zur Katastrophe in Paris:
György Garics (ÖFB-Verteidiger):
"Es ist erschütternd. Unser Wohnzimmer ist das Stadion, deswegen betrifft es uns diesmal vielleicht ein bisschen mehr. Man merkt, wie unbedeutend für manche Leute Menschenleben sind. Diese Leute haben wieder gezeigt, dass sie überall zuschlagen können. Wir haben sofort darüber diskutiert, aber wir haben keine Lösung dafür. Das muss die internationale Politik machen.. Wir dürfen uns nicht zu sehr beängstigen lassen. Das ist das, was diese Leute erreichen wollen: Angst verbreiten. Wenn man nachgibt und nicht mehr nach Frankreich fahren würde, dann lässt man diese Leute gewinnen."

Rubin Okotie (ÖFB-Stürmer): "Es war ein großer Schock für uns alle. Wir haben die letzten 20 Minuten des Spiels gesehen und dann die Medienberichte. Ich gehe davon aus, dass die Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden, sodass wir bei der EM keine Angst haben müssen."

Markus Suttner (ÖFB-Verteidiger): "Es rückt alles ein bisschen in den Hintergrund. Wir haben sehr spät am Abend davon erfahren und das heute in der Früh thematisiert. Ich denke aber, dass die Sicherheitsvorkehrungen so getroffen werden, dass es bei der EURO kein Problem gibt. Es ist jetzt nicht so, dass wir in jedes Training oder Spiel gehen und daran denken."

David Alaba (ÖFB-Mittelfeldspieler): "Worte können diese furchtbare Tragödie nicht beschreiben. Ich bin noch immer geschockt."

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