Di, 22. Mai 2018

"Sind am Limit"

11.11.2015 18:17

Hilferuf der steirischen Eltern-Kind-Zentren

Sie begleiten Eltern von der Schwangerschaft bis zur Pubertät ihrer Kinder, veranstalten Seminare, Vorträge und Gruppentreffen, die Mitarbeiter leisten viel ehrenamtlich – doch finanziell pfeifen die zehn steirischen Eltern-Kind-Zentren aus dem letzten Loch. Nun gibt es einen Hilferuf ans Land: "Wir kämpfen ums Überleben!"

"Wir gfretten uns seit Jahren drüber, sind nun aber finanziell und emotional am Limit." Ulrike Tavs-Rois leitet das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) in Gleisdorf. Ihr Befund lässt sich auch auf die neun weiteren Einrichtungen in der Steiermark, darunter in Wartberg, Knittelfeld, Voitsberg, Graz, Deutschlandsberg, Mureck und Weiz, umlegen.

Sie sind alle als gemeinnützige Vereine strukturiert. Ihr Angebot - alleine in Gleisdorf sind es 40 Gruppen pro Woche und 100 Einzelveranstaltungen im Jahr - reicht von Schwangerengymnastik über Leseförderung und Gesundheitsberatung bis hin zu Zwillingstreffen. Die Preise für die Teilnehmer werden bewusst niedrig gehalten, um keine Familien auszuschließen. Manches ist kostenlos.

Beschämende Löhne, viel ehrenamtliche Arbeit
Dieses System wird mehr oder weniger durch Selbstausbeutung am Leben gehalten. Viel Arbeit wird ehrenamtlich erledigt, die Löhne der angestellten Frauen - einige mussten bereits entlassen werden - seien "beschämend", wie offen zugegeben wird. Auch Selbstständige wie Hebammen oder Physiotherapeuten machen bei ihren Honoraren Abstriche.

Von Landesseite wurden die Förderungen in den vergangenen Jahren gekürzt. Jedes EKiZ erhält etwa 19.000 Euro pro Jahr. "Die Vorgaben werden aber immer mehr. Man muss alles belegen, der Verwaltungsaufwand steigt enorm", sagt Janou Hödl-Scheibengraf vom Zentrum in Wagna.

Eine "illusorische Forderung"
Nachdem ein Gespräch mit Beamten im Oktober nicht fruchtete, gehen die EKiZ nun mit einem Positionspapier in die Offensive. Sie fordern 50.000 Euro Basisförderung für jede Einrichtung, ansonsten könne man das Angebot für Familien nicht im derzeitigen Umfang aufrechterhalten. "Illusorisch" sei diese Forderung, heißt es im Sozialressort des Landes. Man verspricht aber weitere Gespräche - und, dass die derzeitige finanzielle Unterstützung nicht reduziert wird.

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