Mo, 28. Mai 2018

An Kroatiens Grenze

11.11.2015 11:16

Slowenien hat bereits mit Zaunbau begonnen

Slowenien macht ernst mit seiner Ankündigung, den Flüchtlingszustrom mit einem Zaun an der Grenze zu Kroatien eindämmen zu wollen. Lastwagen brachten Stacheldrahtrollen in das südöstliche Grenzgebiet nahe der Kleinstadt Brezice. Lokale Medien berichten, dass auch im Nordosten des Landes in der Gemeinde Razkrizje an einem Zaun gebaut wird. Am Dienstag hatte die Regierung des Landes angekündigt, sie werde einen "technische Barriere" an der Grenze zu Kroatien errichten lassen.

Die Behörden geben an, mit dem Grenzzaun unkontrollierte Grenzübertritte verhindern zu wollen und den Flüchtlingsstrom auf die vorgesehenen Eintrittspunkte lenken zu wollen. Mit dem Zaun sollen jene kritischen Strecken abgesichert werden, wo in den vergangenen Wochen bereits Flüchtlinge über die Grüne Grenze kamen.

Wie lang der Zaun an der insgesamt 670 Kilometer langen slowenisch-kroatischen Grenze sein soll und wo genau er errichtet wird, wollten die Behörden bisher nicht mitteilen. Früheren Medienberichten zufolge soll Slowenien bisher 125 Kilometer Zaun angeschafft haben. Der Bürgermeister des Grenzorts Zavrc im Nordosten des Landes, Miran Vuk, habe von einer "vorübergehenden Einzäunung" in Höhe von rund 1,8 Metern gesprochen. Diese werde zunächst auf mühelos passierbarem Gelände errichtet, wie er nach einem Treffen mit Vertretern des slowenischen Innenministeriums sagte.

Kroatien beruhigt seine Bürger
Kroatien versucht nach der Entscheidung Sloweniens, den Grenzzaun zu errichten, seine Bürger zu beruhigen. Das Land sei vorbereitet, auf jede Situation zu reagieren, erklärte die kroatische Regierung laut der Nachrichtenagentur Hina. Das Land werde "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Staatsinteressen zu schützen. Die Bürger können beruhigt sein". Der kroatische Premier Zoran Milanovic habe am Dienstag mit seinem slowenischen Amtskollegen Miro Cerar gesprochen und vereinbart, die Kooperation ihrer beiden Staaten bei Aufnahme und Transit der Flüchtlinge fortzusetzen.

"Technische Barrieren" entlang der Grenze
Am Dienstag hatte der slowenische Premier Miro Cerar bei einer Pressekonferenz erklärt, dass Slowenien "technische Barrieren" an seiner Grenze zu Kroatien errichten werde. Um eine humanitäre Katastrophe auf slowenischem Gebiet zu verhindern und zum Schutz der Schengen-Grenze werde sein Land in den kommenden Tagen damit beginnen, Barrieren aufzustellen, "wenn nötig, auch einen Zaun".

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner begrüßte diese Entscheidung noch am gleichen Tag. Es sei eine absolut richtige Entscheidung der slowenischen Regierung, den Grenzschutz zu verstärken. "Damit beweisen unsere Nachbarn, dass sie verantwortungsvoll mit unserer gemeinsamen Außengrenze umgehen und haben dafür unsere volle Unterstützung", so die Innenministerin in einer Stellungnahme.

Video: Bürgermeister fühlen sich im Stich gelassen

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