Mo, 18. Dezember 2017

Am Linzer Bahnhof

10.11.2015 15:28

Familien geben den Heimatlosen eine Herberge

Die große Hilfsbereitschaft vieler Landsleute macht stolz: Das ehemalige Lokal Drehscheibe am Linzer Hauptbahnhof wurde zu einer zuerst privat organisierten, nun von der Caritas betreuten Insel für gestrandete Asylwerber. Familien holen hier Flüchtlinge ohne Quartier und beherbergen die Heimatlosen bei sich.

Auf Facebook bittet das Freiwilligenprojekt "City of Hope":  "Momentan suchen viele Menschen in der Drehscheibe am HBF Linz nach Unterkünften. Bitte vor Ort einfach privat eine Unterkunft anbieten oder ein Zimmer (für eine Nacht) finanzieren. Wer kein Nachtlager anzubieten hat, kann auch tagsüber helfen und mit den Menschen Essen gehen oder an anderen sozialen und kulturellen Veranstaltungen teilnehmen." Die Resonanz auf diese Aufrufe ist gewaltig, das zeigte ein "Krone"-Besuch vor Ort: In dem ehemaligen Lokal, das mittlerweile eher einer Baustelle gleicht, stapeln sich die Hilfsgüter, immer wieder tauchen Freiwillige  auf, die den obdachlosen Asylwerbern helfen wollen.

"Täglich kommen etwa hundert Neuankömmlinge, trotzdem gibt es mehr Menschen, die eine Herberge für eine Nacht anbieten, als Nachfrage besteht. Wir staunen selber", berichtet Gerhard Reischl, Vize-Direktor der Caritas der Diözese.

Warum muss "Zivilgesellschaft" einspringen?
Aber warum muss die  viel zitierte "Zivilgesellschaft" für den Staat einspringen? Karl Heinz Grundböck vom Innenministerium erklärt: "Der Bund hat nur 7000 Plätze für Asylwerber. Wir sind voll, können deshalb in den Bundesländern niemanden mehr aufnehmen. 4000 dieser Menschen sollten eigentlich von den Ländern in die Grundversorgung aufgenommen werden, aber auch dort fehlt der Platz." Dazu gibt es Asylwerber, die zwar schon staatlich registriert sind, aber  noch keinen Gesundheits-Check absolviert haben - behördenseitig fühlt sich niemand  für diese Verirrten zuständig.

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