Fr, 25. Mai 2018

345 Menschen an Bord

10.11.2015 13:35

Schlepper setzen Luxusjacht in der Ägäis ein

Mit einer Luxusjacht haben Schlepper 345 Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland gebracht. Vor der Ortschaft Sykamia im Norden der Insel Lesbos lief die vermutlich gestohlene Motorjacht dann am Montag auf Grund. Die Menschen seien jedoch alle sicher an Land gebracht worden, teilte die griechische Küstenwache mit.

Das Boot sei an einem Strand im Nordosten der Insel gefunden worden. Keiner der Passagiere musste den Angaben zufolge medizinisch betreut werden. Laut Berichten griechischer Medien hatten die Flüchtlinge ihren Schleusern etwa 3000 Euro pro Person gezahlt, um nach Lesbos gebracht zu werden. Von den Schleppern fehlt jede Spur.

Lesbos und die anderen ägäischen Inseln sind derzeit das Ziel Tausender Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa. Seit Beginn des Jahres gelangten nach Angaben der UNO bereits mehr als 750.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa, die meisten von ihnen landeten in Griechenland. Etwa 3500 Menschen ertranken oder verschwanden während der gefährlichen Überfahrt, fast 500 von ihnen kamen in der Ägäis ums Leben.

Um Griechenland in der Flüchtlingskrise zu unterstützen, will die EU nun sogenannte Bearbeitungszentren entlang der Balkan-Route einrichten. In diesen soll die große Zahl an Migranten kontrollierter registriert werden können.

Italien: Schlepper tarnten Flüchtlinge als Zirkusarbeiter
Welche Tricks Schlepper anwenden, um ihre "Klienten" sicher nach Europa zu schleusen, beweist indes ein Fall aus Italien. Dort wurde ein Schlepperring gesprengt, der Flüchtlinge als Zirkusarbeiter getarnt nach Europa gebracht hatte. Im Zuge der Operation "Golden Circus" habe eine Spezialeinheit aus Palermo 41 Personen festgenommen, unter ihnen Unternehmer, Zirkusdirektoren und einen korrupten Beamten der sizilianischen Regionalregierung, meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag.

Die Bande soll rund 500 Menschen nach Italien geschmuggelt haben, die meisten von ihnen aus Indien, Pakistan und Bangladesch. Jeder musste dafür rund 15.000 Euro bezahlen. Die Zirkusdirektoren erhielten für jeden Arbeiter, den sie angeblich einstellten, 2000 bis 3000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden