So, 27. Mai 2018

Keine Mehrheit

09.11.2015 16:07

Kosovo nicht in die UNESCO aufgenommen

Der Kosovo ist mit seinem Antrag auf Aufnahme in die UN-Kulturorganisation UNESCO gescheitert. Die Resolution für die Aufnahme der früheren serbischen Provinz, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärt hatte, verfehlte am Montag in Paris die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit um lediglich drei Stimmen.

Insbesondere Serbien und Russland, die wie auch einige andere Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen, hatten sich vehement gegen die Aufnahme des Balkanstaates ausgesprochen, da dies eine politische Aufwertung desselben bedeutet hätte.

92 Mitgliedsstaaten stimmten für die Aufnahme des Kosovo, 50 dagegen und 29 enthielten sich. Nötig wären 95 Ja-Stimmen gewesen - es fehlten damit nur drei Stimmen. Die Aufnahme bei der UNESCO hätte dem Kosovo Zugang zu Finanzmitteln im Bereich der Bildung und der Kultur gegeben. Außerdem wäre es ein erster Schritt zur Aufnahme als Vollmitglied bei den Vereinten Nationen gewesen. Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land wird heute von 110 Ländern anerkannt - darunter 23 der 28 EU-Länder und die USA. Auch Österreich gilt traditionell als Unterstützer des jüngsten europäischen Staates.

"Der Weg des Kosovo ist nicht aufzuhalten"
Der kosovarische Außenminister Hashim Thaci gab sich nach der Abstimmung dennoch zuversichtlich. "Der Weg des Kosovo ist nicht aufzuhalten", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Sein Land werde sich erneut um eine Aufnahme in der UNESCO bemühen, kündigte er an. Dasselbe gelte für andere internationale Organisationen.

Serbien zufrieden mit "Sieg" in der UNESCO
Zufrieden zeigte sich, wenige überraschend, auch Serbiens Präsident Tomislav Nikolic. "Wir haben bewiesen, dass, wenn wir alle im Interesse Serbiens arbeiten, das Unmögliche machbar ist", erklärte er. Der "Sieg" in der UNESCO sei nicht durch Geld, sondern die Achtung gesichert worden, welche die Staatengemeinschaft gegenüber Serbien und seinem Volk hege.

Die Aufnahme des Kosovo hätte auch bedeutet, dass das junge Land die Verantwortung für vier Stätten der serbisch-orthodoxen Kirche auf seinem Gebiet übernommen hätte, die als Weltkulturerbe gelistet sind. Darunter sind die Klöster von Pec, Gracanica und Decani. Serbien hatte die Sorge geäußert, das "kulturelle und historische Erbe" der Serben werde nicht bewahrt, und verwies auf Plünderungen während des Kosovo-Krieges 1998/99. Die Regierung in Pristina hatte hingegen versichert, die Stätten würden angemessen und fachgerecht geschützt.

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