Ingenieur packte aus

Mitarbeiter-Geständnis deckte VW-Skandal auf

Motor
08.11.2015 15:31
Die Aufdeckung des jüngsten Abgasskandals bei Volkswagen geht nach Informationen der "Bild am Sonntag" auf das Geständnis eines Wolfsburger Ingenieurs zurück. Der Mitarbeiter der VW-Abteilung Forschung und Entwicklung habe seinem Vorgesetzten vom groß angelegten CO2-Betrug berichtet, meldete die Zeitung. Der Konzernrevision lägen zudem Geständnisse weiterer Mitarbeiter vor.
(Bild: kmm)

Ein VW-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren: "Bei internen Untersuchungen haben Mitarbeiter angegeben, dass es bei der Ermittlung der Verbrauchswerte Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Wie es dazu gekommen ist, ist Gegenstand der laufenden Prüfung", sagte er.

Die Tricks: Höherer Reifendruck, Diesel im Motoröl
Laut dem Zeitungsbericht begann der Betrug mit geschönten Sprit-und CO2-Angaben von Hunderttausenden Volkswagen-Modellen 2013 und lief bis zum Frühjahr 2015. Die Techniker hätten mit unerlaubten Maßnahmen die Werte manipuliert, zum Beispiel durch einen höheren Reifendruck von mehr als 3,5 bar. Daneben sei auch Diesel ins Motoröl gemischt worden, damit der Wagen leichter läuft und weniger Sprit verbraucht.

VW hatte am Dienstag mitgeteilt, dass bei einigen Fahrzeugmodellen zu niedrige CO2- und damit auch Verbrauchsangaben festgelegt wurden. Es geht um 800.000 Wagen. Die Ingenieure gaben der Zeitung zufolge bei Befragungen an, sie hätten die Ziele des inzwischen zurückgetretenen VW-Chefs Martin Winterkorn mit legalen Mitteln nicht erreichen können. Dieser hatte 2012 angekündigt, VW werde den CO2-Ausstoß bis 2015 um 30 Prozent senken.

Grüne fordern Zulassung von Sammelklagen
Europas größter Autobauer wird seit September zudem von einem Skandal um manipulierte Schadstoffmessungen bei Diesel-Fahrzeugen erschüttert, Millionen Autos müssen deshalb in die Werkstatt. Grünen-Chefin Simone Peter forderte die Zulassung von Sammelklagen in Deutschland nach US-Vorbild. "Wenn Konzerne bewusst betrügen und Grenzwerte verletzen, müssen sie sich auch der Verantwortung stellen, eine Mitschuld an Gesundheitsschäden zu tragen", sagte Peter der "Welt am Sonntag". Nötig seien realistische Tests und wirksame Kontrollen, aber auch eine bessere Entschädigung für die Verbraucher.

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(Bild: kmm)



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