Fr, 25. Mai 2018

"Panik und Chaos"

08.11.2015 13:17

Deutsche bereiten sich auf "Balkan-Grenzsturm" vor

Ein Ende des Flüchtlingsstroms ist nicht in Sicht - doch es dürfte wohl noch weit schlimmer kommen. Die immer größer werdende Flut an Schutzsuchenden könnte die Balkanstaaten dazu veranlassen, ihre Grenzen in naher Zukunft zu schließen. Die befürchteten Szenarien aus einem vertraulichen Lagebild, das der "Welt am Sonntag" vorliegt, lesen sich äußerst bedrohlich: Von "Panik und Chaos" ist die Rede und von einem "Stürmen der Grenzen" - die deutschen Sicherheitsbehörden sind in höchster Alarmbereitschaft.

Das Lagebild "Illegale Migration" des "Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration" - kurz: Gasim - zeichnet ein äußerst düsteres Bild, sollte es zu einer Sperre der Grenzen in Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Ungarn kommen. Die damit verbundene "Sackgasse" auf den Routen nach Europa könnte für chaotische Zustände und Panik bei den Migranten, aber auch den Behörden sorgen, sofern es keine europäische Unterstützung gebe, da das "organisierte Weiterreichen", wie es in dem Lagebild heißt, in sich zusammenfallen würde.

Ein Rückstau der Flüchtlinge wäre die Folge, eine "Verschlechterung der humanitären Lage" wohl nicht abwendbar. Zudem würden sich Migranten für den Fall der Grenzschließungen am Balkan andere Routen suchen - etwa über Bulgarien oder per Schiff von Albanien nach Italien. Die möglichen Szenarien sind jedenfalls mannigfaltig.

Grüne Grenzen als Tor nach Europa
Das Vorhaben, das Überschreiten von Grenzen komplett zu unterbinden, sei jedenfalls laut dem Lagebild wohl nur zu bewerkstelligen, wenn ein hoher "personeller und technischer Aufwand" betrieben werde. Gelingt dies nicht, würde sich der Flüchtlingsstrom wohl über die grünen Grenzen ihren Weg nach Europa bahnen.

Ein Ende der Flüchtlingskrise ist jedenfalls auch weiterhin nicht in Sicht: "Die Migration auf dem Seeweg aus der Türkei nach Griechenland ist im Oktober erneut angestiegen", teilte das Potsdamer Gasim erst in der vergangenen Woche mit. So würden vor allem Syrer aus Jordanien und dem Libanon wohl demnächst die Flucht antreten - und ein großer Teil davon hat Europa zum Ziel.

Aus dem Video-Archiv (22.10.): So wurden die Einsatzkräfte in Spielfeld überannt:

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