Mo, 28. Mai 2018

Einmaliger Fund:

07.11.2015 16:22

Kärntens Stonehenge

Auf der Suche nach der keltischen Stadt Noreia stießen Archäologen auf eine Sensation – Hinweise auf ein Heiligtum aus der Kupfersteinzeit.

Kein Hut, keine Peitsche, dennoch erinnert Josef Stockinger wegen seiner lodernden Leidenschaft für Archäologie irgendwie an "Indianer Jones".

Und sollten sich seine Vermutungen bewahrheiten, dann müssen wohl Teile der Landesgeschichte neu geschrieben werden. "Dieser Fund ist weltweit einmalig!", ist sich der Steirer sicher.

Auf der Suche nach der verschollenen und sagenumwobenen keltischen Hauptstadt Noreia des Königreiches Norikum entdeckte Stockinger im Frühjahr eine kupfersteinzeitliche Anlage in Mittelkärnten. Erst nachdem wir versprechen mussten, den Fundort nicht öffentlich zu machen, zeigte der Schatzjäger der "Krone" seine Entdeckung.

"Beim Bau eines Forstweges wurden von einem Kollegen Keramikteile mit Verzierungen entdeckt, die von Fachexperten in die Kupfersteinzeit datiert werden", so Stockinger.

Also eine Zeit vor 5500 Jahren, als der Mensch gerade erst mit Kupferbergbau begonnen hatte und ein in Felle gekleideter "Ötzi " auf seiner Flucht in die Bergen des heutigen Südtirol von einem Pfeil getötet wurde.

Bei genauerer Untersuchung der Fundstelle entdeckte das Team um Stockinger eine künstliche Struktur auf einem Kleingipfel mit einem langen in den Steilhang gelegten Steinweg, der teils durch Erosion freigelegt wurde.

Stockinger: "Dieser Steinweg ist nur so breit, dass zwei Personen aneinander vorbei gehen konnten."

Seine Schlussfolgerung: Nachdem selbst die Kelten und Römer 3000 Jahre später die Anlage nicht zerstörten, könnte es sich um ein "Gipfelheiligtum" gehandelt haben. Die West-Ost-Ausrichtung deute auf einen Sonnen-Kult hin, ähnlich wie beim etwa gleich alten Stonehenge in England.

Stockinger: "Stellen Sie sich vor, in der Kupfersteinzeit lebten im Südostenalpenraum wenige tausend Menschen, und alle pilgerten zu diesem zentralen Heiligtum, möglicherweise war ja auch Ötzi unter ihnen." Nachdem man den Fund dem Bundesdenkmalamt gemeldet und die Keramikteile untersucht hatte, haben die Archäologen des Landes großes Interesse angemeldet. Stockinger: Eine Begehung des prähistorischen Bauwerkes mit dem Bundesdenkmalamt hat bereits stattgefunden."

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