So, 27. Mai 2018

Personalrunde

04.11.2015 13:13

Karriere-Chancen für Frauen

Frauen in Führungspositionen wird es in Zukunft immer öfter geben. Oft braucht es aber Quoten in Betrieben. Frauen in Führungspositionen sind noch immer selten zu finden: In Österreich liegt der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 umsatzstärksten Unternehmen nur bei sechs Prozent. Generell verdienen Frauen bei gleicher Arbeitszeit im Durchschnitt um 22 Prozent weniger als Männer.

Wie sich das ändern ließe, darüber diskutierten drei Top-Expertinnen: Martina Ernst, Personalchefin der Erste Bank, Brigitte Mang, Direktorin der Österreichischen Bundesgärten, und Personalberaterin Manuela Lindlbauer von der Lindlpower Personalmanagement GmbH.

Auch Frauen sollten auf Geld und Status achten
Lindlbauer: "Ich glaube, dass das Zeitalter der Frauen kommt. Jede, die bei guter Qualifikation aufzeigt und sagt, Ich will‘, wird Karriere machen." Denn immer mehr Unternehmen würden darauf Wert legen, ihre Geschäftsleitungen gemischt und nicht nur mit Männern zu besetzen. Dieses Ziel verfolgt man jetzt auch bei der Erste Bank. Ernst: "Wir wollen, dass mindestens 40 Prozent der Führungspositionen von Frauen bekleidet werden, und kommen diesem Ziel schon sehr nahe."

Mang hat den Anteil der Frauen in Leitungsebenen der Bundesgärten in zehn Jahren auf 25 Prozent stark erhöht. Alle drei Expertinnen sind sich einig, dass von den Betrieben bestimmte Frauenquoten oft sinnvoll sind. Dass aber der Staat den Firmen Quoten vorgäbe, lehnen sie ab. Freilich sollten auch die Frauen selbst mehr einfordern und Initiative zeigen. Mang: Wichtig ist die Denkhaltung: ,Ich mach’s!’ Viele hinterfragen zu viel, statt forsch in die Zukunft zu gehen." Laut Lindlbauer ist es auch als Frau wichtig, auf Status und Geld zu achten: "Dann sollte sie auch den Dienstwagen als Statussymbol annehmen!" Ernst nennt als ein jüngstes Beispiel, dass sich für ein Förderprogramm für Nachwuchstalente nur eine Frau beworben hat. "Wir haben dann jene Frauen, bei denen wir Potenzial gesehen haben, selbst aktiv angesprochen." Zudem fördere man etwa mit einem neuen Campus- Kindergarten die Vereinbarkeit mit der Familie.

Mädchen sollten öfter Technik-Jobs auswählen
Ein Grund, warum Männer häufig besser verdienen, ist auch die Berufswahl. "Mädchen sollten auch den Mut haben, etwa in technische Berufe zu gehen", sagt Mang. Ernst empfiehlt, die Schnuppermöglichkeiten in den Betrieben zu nutzen. Und bei den Studien spezialisieren sich junge Frauen Lindlbauer zufolge immer noch öfter auf Fächer wie z.B. das Marketing. "Aber aus Bereichen wie Finanzen, Verkauf oder eben Technik gelingt der Aufstieg in Führungspositionen leichter."

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