Do, 23. November 2017

Kontrollamtsbericht

24.10.2015 10:18

ASV Itzling war wie ein Selbstbedienungsladen

Kein Ende im ASKÖ-Skandal und bei seinen Tochtervereinen, viele Malversationen unter dem damaligen Präsidenten Franz Karner (es gilt die Unschuldsvermutung) sind längst ein Fall für den Staatsanwalt.

Die "Krone" hatte es schon im September berichtet, nun liegt der vernichtende und 76 Seiten starke Bericht des städtischen Kontrollamtes vor. Der ASV-Itzling (Amateursportverein) wurde ausgesackelt wie ein Selbstbedienungsladen - die Details dazu im Blick:

-) Stadt und Land Salzburg zahlten dem ASV bis 2012 (danach stoppte die Stadt alle Zahlungen) 64.000 Euro für die Dach- und Fassadensanierung und 115.000 Euro für die Generalsanierung der Kegelbahn. Und der Bund legte noch einmal 180.000 Euro für den Ausbau und die Sanierung der Sportanlage drauf. Doch für insgesamt 359.000 Euro fanden die Prüfer die Anlage verwahrlost und sanierungsbedürftig vor. Die Zuschauertribüne, das Dach am Vereinsgebäude, die Kegelbahnen, die Laufbahn, die Leichtathletikanlagen und der Kunstrasenplatz sind zum Teil nur mehr mit Einschränkungen benutzbar und müssen dringend erneuert werden, heißt es im Bericht. Das Steuergeld wurde offensichtlich nicht dafür eingesetzt, die meisten Belege fehlen.

-) Der ASV-Präsident behob von den 180.000 Euro, die er auf das Konto bei der Volksbank Gnigl (das Konto lief außerhalb der Buchhaltung) überweisen ließ, gemeinsam mit dem Vizepräsidenten innerhalb eines Monates 157.000 Euro in bar. Belege Fehlanzeige.

-) Ein Vizepräsident hatte zweimal Goldbarren aus einem Depotvermögen aufgelöst und den Erlös am Konto des ASV eingezahlt. Die Herkunft des Geldes, das von einem privaten Bankkonto überwiesen wurde, konnte das Kontrollamt nicht klären.

-) Zwischen September 2008 bis März 2010 waren auf den ASV gleichzeitig zwei Großraumlimousinen und ein Wohnmobil zugelassen. Ein solcher Fuhrpark ist für einen Sportverein in der Größenordnung unangemessen, schreiben die Prüfer.

-) Über das ASV-Konto liefen auch die Leasingraten und Versicherungsprämien für ein Wohnmobil um rund 40.000 Euro. An ein Autohaus in Oberösterreich zahlte der Verein 1379,84 Euro als Rechnung für einen VW Touareg - so ein Auto hatte der ASV aber nie.

-) Im Privathaus des Vizepräsidenten wurde ein Zaun um 7.700 Euro errichtet, die Rechnung wurde vom ASV- Konto bei der Volksbank in Gnigl bezahlt. Eine Toranlage wurde um 4.743 Euro im Privathaus mit Vereinsgeld eingerichtet.

Buchhaltungsunterlagen wurden vernichtet
-) Die Buchhaltungsunterlagen des ASV wurden nach lapidarer Auskunft des früheren Vorstandes bei einem Containerbrand und einem Wasserrohrbruch im Sommer 2012 komplett vernichtet. Darüber hinaus ließ der Ex-Vorstand im Herbst 2013 beim Steuerberater auch alle Daten löschen. Die Saldenlisten wurden vom Steuerberater nach Abschluss der Prüfung wiederhergestellt.

-) Trotz der großzügigen Förderungen verweigerte der ASV über einen längeren Zeitraum eine Prüfung durch das Kontrollamt. Erst mit der Wahl des neuen Vorstandes im Mai 2015 wurde eine Prüfung möglich.

-) Der neue und völlig schuldlose ASV-Präsident Manfred Wiltschko versprach nach der Prüfung sofort eine lückenlose Aufklärung und will sich bei einem Strafverfahren als Privatbeteiligter anschließen.

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