So, 19. November 2017

Strukturwandel-Folge

22.10.2015 10:46

Wifo-Experte: Jeder dritte Bankjob im Land wackelt

Der Strukturwandel bei den Banken könnte in Österreich mehr als 25.000 Arbeitsplätze kosten. Wifo-Bankenexperte Franz Hahn schätzt, dass durch Fusionen, Auslagerungen und Filialschließungen in den heimischen Geldinstituten in den nächsten vier bis fünf Jahren mehr als ein Drittel des Personalstands reduziert werden könnte.

Das wären bei einem aktuellen Beschäftigtenstand von 75.000 mehr als 25.000 Stellen. Der Abbau müsse, so Hahn im "Kurier", nicht immer durch Kündigungen erfolgen, auch freiwillige Abgänge fielen darunter. Scheibchenweise gingen dadurch in den vergangenen fünf Jahren in der Branche bereits 4000 Stellen verloren. Die heimischen Großbanken hätten wegen der Erfolge in Osteuropa Strukturanpassungen im Inland lange Zeit verschleppt, sagt Hahn. Jetzt, wo die Erträge einbrechen, hätten die Institute ein Kostenproblem und seien gezwungen, "ihre optimale Größe zu finden". Die Personalkosten machen rund die Hälfte der operativen Kosten einer Bank aus.

Viele Bank-Austria-Mitarbeiter unkündbar
Seit am Beginn der Woche Überlegungen von UniCredit für einen Teilverkauf der Bank Austria bekannt geworden sind, geht in den Banken in Österreich wieder die Jobangst um. Es wird eine Zerschlagung der größten Bank des Landes befürchtet. Laut "Presse" spießt es sich bei den Plänen rund um einen Verkauf des Privatkundengeschäfts an den US-Fonds Cerberus an den Personalkosten. Die Bank Austria hat in Österreich 9400 Mitarbeiter, ein Drittel ist unkündbar. Aus verschiedenen Dienstrechten summieren sich Pensionsansprüche, Anwartschaftsrechte und weitere Belastungen auf etwa drei bis vier Milliarden Euro. Die Altverträge sollen Cerberus zu teuer sein.

Sollte der US-Fonds das Privatkundengeschäft der Bank Austria übernehmen und mit der Tochter BAWAG fusionieren, hätte dies nur Sinn, wenn es zu massiven Einsparungen kommt. "Das Ganze ist symptomatisch für die österreichische Bankenbranche", sagt der Wifo-Experte. So wie es derzeit aussehe, könnte das Bank-Austria-Privatkundengeschäft zum Nulltarif "verscherbelt" werden.

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