Mi, 22. November 2017

Verkaufsgerüchte

21.10.2015 16:50

Bank Austria schwer unter Druck

Turbulente Zeiten herrschen derzeit bei der Bank Austria, nachdem in Medien Spekulationen laut geworden sind, wonach das Privatkundengeschäft demnächst an die BAWAG verkauft werden soll. Noch wird das von offizieller Seite nicht kommentiert. Doch eines ist klar: Aufgrund der niedrigen Profitabilität wird laufend nach neuen Lösungen gesucht, um die allgemeine Ertragskraft der Bankengruppe unter dem Dach der italienischen UniCredit zu steigern. In diesem Zusammenhang steht sogar ein Personalabbau im Raum.

Kunden und Mitarbeiter der Bank Austria sind nervös. Im November wird die UniCredit ihre neue strategische Ausrichtung festlegen. Sie steht unter dem Druck der Aktionäre und der Bankenaufsicht. Aufgrund der schwachen Konjunktur und der niedrigen Zinsen verdienen Banken in Europa derzeit generell nicht gut. Dazu kommt, dass die Aufsicht in dem Bestreben, die Institute "sicherer" zu machen, immer höheres Eigenkapital fordert.

Gewinnmaximierung als oberstes Ziel
Das kann nur aus höheren Gewinnen kommen, denn eine Kapitalerhöhung über die Börse hat UniCredit-Chef Federico Ghizzoni bisher immer ausgeschlossen. Er ging sogar so weit, sich das Ziel zu setzen, bis 2018 die Erträge des Konzerns auf 6,8 Milliarden Euro im Jahr zu steigern. Zuletzt waren es nur 1,5 Milliarden Euro gewesen.

Ein neues Sparpaket, das neben dem Heimmarkt Italien auch die Töchter in Österreich und Deutschland treffen soll, gilt als fix. Dass die derzeit bei der Bank Austria angesiedelte Holding für die Osteuropa-Beteiligungen von Wien nach Mailand übersiedelt, ist eine ernsthaft diskutierte Variante. Denn in Italien gibt es keine hohe Bankensteuer, man würde sich im Jahr knapp unter 100 Millionen Euro sparen.

Bleibt am Ende nur noch Bankenskelett übrig?
Neben diesen beiden Teilbereichen wird auch über den Verkauf des Geschäfts mit kleineren und mittelgroßen Unternehmen spekuliert. In Finanzkreisen hält man es sogar für möglich, dass in Österreich letztlich bis auf die Schoellerbank, die sich um die Vermögensverwaltung kümmert, gar nichts mehr von der Bank Austria übrig bleibt.

Über einen weiteren Personalabbau (in Österreich hat die Bank noch mehr als 9000 Beschäftigte) wird bereits seit Wochen spekuliert. Ob es wirklich dazu kommt, dass man das gesamte Privatkundengeschäft in einem Land aufgibt, ist fraglich. Abgesehen von der Frage, ob das strategisch wirklich klug wäre (es geht immerhin um 1,6 Millionen Kunden), gäbe es wohl einen Aufstand der Belegschaft und des Betriebsrates.

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