Mo, 11. Dezember 2017

"Krone"-Interview

24.10.2015 10:00

Stereophonics: "Wir jagen keinen Trophäen nach"

Mit dem brandneuen Album "Keep The Village Alive" gelang der walisischen Rockband Stereophonics die insgesamt sechste Nummer eins in den englischen Albumcharts - eine Marke, die sich vor den ganz Großen der Musikgeschichte nicht verstecken braucht. Ihre neue Hit-Single "C'est La Vie" ist zudem Dauergast in den österreichischen Indie-Radios. Wir trafen Sänger Kelly Jones und Drummer Jamie Morrison vor ihrer Gasometer-Wien-Show zum ausführlichen Gespräch, um über die beeindruckende Erfolgsserie, die Tücken der Landflucht und den Aufstand der Fußballzwerge vor der Europameisterschaft zu reden.

"Krone": Kelly, Jamie, mit "Keep The Village Alive" habt ihr unlängst ein extrem starkes, neues Album veröffentlicht, das auch etwas leichter zugänglich ist als der Vorgänger "Grafitti On The Train". Es geht auf dem neuen Album im erweiterten Sinn auch um das Geschichtenerzählen - wie wichtig ist das Storytelling bei einem Albumentstehungsprozess?
Kelly Jones: Die Band hat schon immer darauf geachtet, musikalisch als auch textlich eine bestimmte Linie fortzuführen. Die Melodien sind im Prinzip das Wichtigste, aber da ich selber jemand bin, der sehr gerne Geschichten hört, versuche ich auch immer gute Geschichten für andere wiederzugeben. Ich suche immer nach Erlebnissen oder Vorkommnissen, nach Wahrheiten, in denen sich der Hörer verlieren kann. Insgesamt sind die Musik und der Melodie-Kontext sicher wichtiger, aber das Geschichtenerzählen war für mich immer ein essenzieller Teil der Stereophonics.
Jamie Morrison: Wenn man die Geschichten, die Kelly auf unseren Alben erzählt, live spielt, erweitert sich ihre Bedeutung. Die Leute interpretieren die Storys oft ganz anders, als sie von Kelly eigentlich gedacht waren. Diese Eigendynamik der Songs ist immer wieder erstaunlich zu beobachten. Geschichten sind einfach wichtig. Was machst du ohne sie? Dann klingst du wie die Spice Girls. Okay, "Wannabe" war ein guter Song. (lacht)

"Krone": Gehst du beim Texteschreiben nicht oft zurück zu den Erlebnissen in deiner Kindheit?
Jones: Manchmal schon. "Graffiti On The Train" und "Keep The Village Alive" unterscheiden sich im Entstehungsprozess von unseren älteren Alben dennoch in gewisser Weise. Wir haben die Songs für diese Alben in einem ständig fortlaufenden Prozess verfasst, es gab keine Kreativitätslücken, da wir einfach jeden Tag an den Nummern herumgeschraubt haben. "Graffiti On The Train" ist meiner Ansicht nach ein sehr nostalgisches, in der Vergangenheit verhaftetes Album, während "Keep The Village Alive" einfach zeitgemäßer ausfiel. Parallelen zu meiner eigenen Kindheit gibt es sicher, Teile der Geschichte drehen sich ja um Kids, die versuchen aus der Einöde ihres Dorfes zu flüchten. Die meisten Texte werden auch aus der Zeitspanne des 13. bis 16. Lebensjahres inspiriert. Du bist dabei erwachsen zu werden, aber dennoch weit davon entfernt. Viele Dinge erlebst du zum ersten Mal, andere einfach bewusster. Die Rückschau auf diese Phase hat immer etwas Romantisches.

"Krone": Ursprünglich wolltest du ja eine Album-Trilogie machen, hast aber selbst zugegeben, dass dir Green Day zuvorgekommen sind. Bist du dieser Idee dann aber trotzdem gefolgt und kann man das neue Album als Mittelteil davon sehen?
Jones: Die Intention war da, das stimmt, aber wir haben das schlussendlich nicht so durchgezogen. Auf meiner Festplatte kugeln wohl noch fünf oder sechs Songs herum, die man anschließend an dieses Album herausbringen könnte, aber sie klingen auch ganz anders, teilweise etwas elektronischer. Die Unterschiede sind jedenfalls klar erkennbar. Mittlerweile weiß ich nicht mehr, wo der Weg hingeht, ich lasse mich da eher treiben. Das Schöne war nur, dass wir sehr viele Songs geschrieben haben und wirklich die besten herauspicken konnten. Da wir immer aktiv waren, hatten wir am Ende mehr Zeit, um in Ruhe zu wählen und zu produzieren.
Morrison: Die ersten Alben hat die Band lange vor meinen Einstieg oft während der Tour verfasst. Dass wir hier zum Beispiel einen guten Monat nach der Tour Zeit hatten, war ein wahrer Luxus für uns. Du kriegst auch eine komplett andere Perspektive auf alles.

"Krone": Kelly, du hast ja auch ein Drehbuch zu dieser geplanten Album-Trilogie geschrieben, weil du die Themen visualisieren, verfilmen möchtest. Wie steht's aktuell um dieses ambitionierte Projekt?
Jones: Ich habe bislang sieben oder acht Videos gedreht und habe eigentlich nur vor, einen Film in meinem Leben zu drehen. Ob das dann vielleicht mal mehr wird? Keine Ahnung. Das Filmgeschäft ist ein sehr kollaborativer Sport. Du brauchst ganz viele Menschen, damit etwas Gutes entstehen kann. Das kann schon auch cool sein, aber im Alltag bin ich es gewohnt, alleine Zuhause zu sein, meine Gitarre zu schnappen und einfach zu spielen, Ideen einzufangen. Beim Film kann die Zusammenarbeit mit so vielen Menschen und Meinungen sehr deprimierend sein, weil man natürlich oft zurückstecken muss - dazu ist auch noch viel Geld im Spiel, dass dir jemand guten Gewissens vorschießt. Der Film ist aber am Laufen, es sind bereits einige Produzenten im Spiel. Während einer Welttournee habe ich natürlich wenig Zeit dafür, deshalb hängt der Prozess zurzeit etwas in der Luft. Die Musik bleibt jedenfalls die Nummer eins in meinem Leben, damit könnte ich niemals aufhören. Nichts entspannt mich und füllt mich so sehr aus, wie Musik.

"Krone": Wäre es für dich auch spannend, als Schauspieler zu arbeiten?
Jones: Nein. Das ist einfach nicht mein Ding.
Morrison: Du könntest zu meinem Casting kommen. Hättest gute Chancen auf einen Job. (lacht)

"Krone": Den Albumtitel kann man durchaus mit der aktuellen Lage gleichsetzen. Das Dorf am Leben zu erhalten in Zeiten der Stadtflucht, Gentrifizierung und der Ausdünnung ländlicher Bereiche. Ihr stammt aus einem kleinen Dorf in Wales, kennt diese Probleme also. Sorgt ihr euch um diese Entwicklung?
Jones: Der Titel ist eigentlich eine Phrase aus meiner Heimat, die Optimismus versprühen soll. In der Art von: "Komm schon, lass dich nicht unterkriegen - steh deinen Mann". Da geht es auch um die Musiker, die unter der Woche hart arbeiten, am Wochenende immer in den Pubs spielen, sich betrinken, Spaß haben und das Dorfleben damit eben am Leben erhalten. Der Titel kam erst, nachdem das Album fertig war, weil sich auch das Album selbst für mich sehr feierlich anfühlte. Es hat einfach einen sehr positiven Vibe, deshalb auch der Titel. Deine Frage ist aber dennoch berechtigt und nicht unwichtig, denn ich denke weltweit geht es kleinen Dörfern und Orten schlecht, da sie mit Abwanderung zu kämpfen haben, was auch damit zu tun hat, dass Industrie und Gewerbe sich in großen Städten oder billigen Ländern zentralisieren. Das ist eine Schande. Als ich ein Kind war, gab es in meinem Dorf in Wales überall Arbeit, am Wochenende ging man in die Pubs und hatte Spaß. Das Leben war für die Leute einfach schön. Heute hat sich alles gedreht. Was soll man dagegen tun? Ich weiß es leider nicht.

"Krone": Andererseits wird aber auch allen gesagt, sie sollen ihr gemachtes Nest verlassen, in Städte ziehen und neue Erfahrungen machen. Oft ist das Thema doch ziemlich widersprüchlich.
Jones: Als ich jung war, konnten bei mir daheim sogar Leute überleben, die längere Zeit keine Arbeit hatten. Die Arbeiterschicht im Allgemeinen war im Überschwang. Keiner meiner Freunde besuchte ein College - entweder gingen sie zum Militär oder arbeiteten in Fabriken. Ich war am College und habe mich immer auf die Musik konzentriert. Ein, zwei andere Schritte in meinem Leben hätten mich auch in die Fabrik geführt. Das ist beileibe nichts Schlechtes, aber ich bin sehr glücklich darüber, dass es anders gelaufen ist.

"Krone": Ihr lebt mittlerweile alle im Großstadt-Moloch London - vermisst ihr das Dörfliche hin und wieder?
Jones: London ist nicht so großstädtisch, wie das nach außen hin oft wirkt. In deinem eigenen Viertel hast du durchaus noch den Dorf-Charakter, du hast schließlich dort denselben Fleischhauer, Bäcker und Tischler ums Eck. Bei mir ist es eigentlich wie in einem Dorf. Das Album ist jetzt nicht "Kelly's Town" - es ist ein größeres Statement. Da ich Waliser bin, glauben viele Leute immer, dass ich mit dem Dorf im Titel auf mein Daheim anspreche. Das passiert zu Teilen, aber das gesamte Bild ist ein Größeres.

"Krone": Vor allem musikalisch ist das Album extrem vielseitig. Der Opener "C'est La Vie" erinnert ein bisschen an Johnny Rotten von den Sex Pistols, es gibt Balladen, Rocksongs und auch orchestrale Momente. Durchläufst du so viele verschiedene Stimmungen, da am Ende so viele unterschiedliche Stile herauskommen?
Jones: (lacht) Möglicherweise. Als Songwriter ist es bei mir immer so, dass ich einfach die Stimmung aufnehme und in den Song einfließen lasse. Eine bestimmte Formel oder Vorgehensweise gibt es nicht. Viele Songs sind anfangs unüberwindbar scheinende Hindernisse, die sich dann aber immer gut entwirren und zu einem Ende kommen können. Mein Leben ist auch von verschiedensten Stimmungen gelenkt und ich versuche als Person immer stärker zu wachsen und zu reifen. Wenn du das machst, musst du eben Hindernisse überwinden. "Keep The Village Alive" ist jetzt ein Album, das auf das Ende des Tunnels blickt, das Positive hervorkehrt. Wenn man sechs Wochen an Songs schreibt, versucht man natürlich einen roten Faden zu finden, und in irgendeiner Weise ist der auf dem Album auch vorhanden. Ich kann dir nicht sagen, warum, aber erstmals seit "Performance And Cocktails" aus dem Jahr 1999 klingen wir wieder richtig positiv. Warum auch immer.
Morrison: Du planst eigentlich nie etwas beim Songschreiben, es ist immer etwas Magisches, das passiert. Wenn wir im Studio stehen, spielen und dann eine Linie finden - das ist pure Magie. Wenn der Korpus des Albums aus dem Zusammenspiel geformt wird. Kelly hat eine Idee, wir tauschen uns aus, versuchen sie zu erweitern und zwei Stunden später hast du einen Song. Es ist extrem interessant, wie so etwas funktioniert. Man kann auch nichts Vorhersagen, weil es ein Kreativprozess ist. Es könnte auch passieren, dass uns sechs Wochen lang überhaupt nichts gelingt. Mit genug Zeit kann man die Magie aber leichter einfangen.

"Krone": Nach mittlerweile neun Studioalben gibt es noch immer kein schwaches von euch, wohingegen anderen Bands oft schon nach zwei, drei Werken die Luft ausgeht. Was macht ihr richtig oder die anderen falsch?
Jones: Die Band hat auf jeden Fall den richtigen Drive. Ich liebe diese Band mehr als fast alles andere in meinem Leben. Meine älteste Tochter wird nächste Woche elf Jahre alt und die Band habe ich, seit ich zwölf bin. Wenn ich das mit ihrem Alter vergleiche, dann rüttelt mich das oft richtiggehend durch. Ich habe schon damals selber Kassetten aufgenommen und mir meine ersten Auftritte organisiert, das Herz für die Band und die Musik war immer groß. Das ist ein wesentlicher Teil unseres Erfolgs plus der Fakt, dass war vielleicht nie ganz groß, aber immer da waren und nie nachgelassen haben. Andere haben die Awards säckeweise nach Hause getragen, konnten dann aber nicht mehr miteinander. Ich weiß nicht, wofür wir eigentlich kämpfen, aber es geht definitiv nicht um Trophäen. Wenn du jung bist, denkst du nur an Trophäen und Erfolge. Heute will ich aber einfach nur Probleme lösen, die Gegenwart wahrnehmen und einfach ich selbst sein. Jüngere Menschen wollen automatisch einem gewissen Bild der Gesellschaft von außen entsprechen. Das wird dir mit zunehmendem Alter irgendwann einfach egal. Ich fühle mich heute extrem wohl in meiner Haut und mache sehr gerne Musik. Mir ist es egal, was die Leute über uns denken, aber nicht auf arrogante Art und Weise, sondern deshalb, weil ich einfach stolz bin auf das Erreichte. Ich bin sehr selbstsicher und selbstbewusst in der Band - das tut gut.

"Krone": Mit dem neuen Album seid ihr nach mehrjähriger Pause zum insgesamt sechsten Mal auf Platz eins der britischen Albumcharts geschossen. Ist dieser kommerzielle Erfolg für euch gleich wichtig wie die künstlerische Befriedigung nach Fertigstellung eines Albums?
Jones: (lacht) Es gibt einfach Momente, die mich total erstaunen. Vor der Wien-Show hatten wir ein paar Meet & Greet und Leute waren bei unserem Soundcheck dabei. Da waren nicht nur langjährige Fans, sondern auch zwei junge Mädchen, die "C'est La Vie" im Radio hörten und uns dadurch erst kennenlernten. Das ist für mich das größte Kompliment - das bedeutet nämlich, dass wir nicht nur neues Publikum erschließen können, sondern auch neue Songs sehr gut ankommen. Wenn wir damit zwei 17-jährige Mädchen in Österreich erreichen, dann haben wir definitiv etwas richtig gemacht. Auch in England stehen Kids bei uns in der ersten Reihe und selbst der von mir hochgeschätzte George Ezra ist ein Fan von uns. Dadurch ist natürlich auch ein Nummer-eins-Platz in den Charts wichtig, weil du dadurch wahrgenommen wirst. Im Musikgeschäft geht so viel daneben, dass es schon sehr cool ist, nach 20 Jahren noch immer bzw. wieder eine Nummer eins zu haben. In einer Industrie, die eigentlich am Arsch ist und nicht weiß, wie sie weitermachen soll. Außerdem behaupten wir uns auch gegen die großen Majors, was auch für uns spricht.
Morrison: Eine Nummer eins darf man immer feiern, gar keine Frage. (lacht)

"Krone": Jamie, für dich war es ja das erste Album, bei dem du von Anfang an mit an Bord warst.
Morrison: Das ist richtig, ich war wirklich überall beteiligt und präsent. Ich habe mit den Jungs ja schon gute zwei Jahre davor die Bühne geteilt, aber zusammen an einem Album zu arbeiten, war noch mal ein ganz anderer Prozess. Wir waren dafür in London und in Brüssel, einer meiner Lieblingsplätze auf dieser Welt und dann auch noch mit meinen Kollegen und Freunden - das war einfach großartig. "Mr. And Mrs. Smith" etwa entstand in Belgien und das ist für mich aus vielen Gründen ein Highlight dieses Albums.
Jones: Die Entwicklung ist einfach magisch. So einen Song schreibt man oft fünf Mal um, schickt sich gegenseitig mehrere Demobänder und formt ihn solange, bis er passt. Die Nummer war die einzige, wo mich die Geduld verließ und ich schon wütend aus dem Studio rannte und zu den Jungs sagte: "Ich scheiß drauf, mir reicht's". Ich habe dann irgendwann gemerkt, dass der Song auf einer zwölfsaitigen Gitarre gut funktioniert und ab diesem Moment konnten wir endlich weitermachen. Im Live-Set ist die Nummer jetzt perfekt in der Mitte des Programms geparkt, weil sie dort einfach optimal reinpasst. Wenn du dich hinsetzt und verkrampft an etwas arbeitest, wird es ohnehin nichts. Wenn aber das Momentum und auch die Leute um dich herum passen, dann kann so etwas entstehen. Der Song war ein Unfall, aber ein glücklicher, der mittlerweile essenziell für die Band ist.

"Krone": Wie schwierig ist es mittlerweile, nach neun guten Alben eine Setlist für eine Liveshow zusammenzustellen?
Jones: Du willst natürlich das neue Album spielen, aber die Fans wollen auch ganz alte Sachen hören. Eine Setlist zu wählen gehört definitiv zu den Dingen, die dich irre machen können. Du kannst nur versuchen, alles so gut wie möglich zu vermischen.
Morrison: Wir denken zuerst immer an die Fans, müssen aber auch als Band selbst zufrieden sein mit den Songs, die wir jeden Abend präsentieren. Wir versuchen einfach so viel wie möglich in ein Korsett zu packen, es sind mittlerweile doch verdammt viele Songs. (lacht)

"Krone": Für viele Bands ist es sehr populär geworden, ganze Alben am Stück zu spielen. Meist aus Jubiläumsgründen.
Jones: Bei "Graffiti On The Train" haben wir das fast gemacht, da haben nur ganz wenige Nummern gefehlt, sonst wäre sich das ausgegangen. Von "Keep The Village Alive" spielen wir sechs von zehn Nummern - das ist kein schlechter Prozentsatz. Aber die Ausgewogenheit muss einfach stimmen.

"Krone": Kelly, du bist riesengroßer Sport- und vor allem Fußball-Fan. Die Qualifikation für die EM in Frankreich 2016 war der Aufstand der Zwerge. Österreich hat sich erstmals sportlich qualifiziert, deine Heimat Wales das erste Mal überhaupt für dieses Großereignis.
Jones: Das ist für uns das erste Großereignis seit der WM 1958, das ist für das ganze Land natürlich unheimlich aufregend, zudem liegen wir in der Weltrangliste vor England, was natürlich positiv in unserer Heimat aufgenommen wurde. Dieser Erfolg ist ermutigend für die gesamte Jugend in diesem Land, denn bislang hatten wir sportlich nur Pech und sind vorzeitig ausgeschieden. Als kleine Nation wie Wales hast du es einfach schwer, überhaupt wo viel zu erreichen, insofern hat dieser Erfolg natürlich eine besondere Wirkung auf Kinder und Schüler. Abseits von Wales ist es einfach irrsinnig schön, dass so ein kleines Land so etwas erreicht. Normalerweise scheitert man ja schon früh an den Großen.

"Krone": Hast du das österreichische Nationalteam verfolgt? Auch hier gelang nichts weniger als ein kleines Wunder.
Jones: Die Zusammenfassungen habe ich sicher alle gesehen, ich bin da sehr verrückt, wenn es um diese Dinge geht. Ich freue mich ja jetzt schon auf die Terminkollisionen nächsten Sommer, wenn die EM gleichzeitig mit der Festivalsaison läuft, wo wir das eine oder andere Mal auch auftreten werden.

"Krone": Rod Stewart hat als erklärter Fußballfan oft Shows nach hinten verlegt oder gar verschoben, wenn ein ganzes wichtiges Match am Programm stand.
Jones: Wow, davon habe gehört.

"Krone": Nächsten Herbst treffen Österreich und Wales bei der Qualifikation zur WM 2018 in Russland ohnehin aufeinander.
Jones: Wirklich? Soweit habe ich noch gar nicht nach vorne geschaut. Ich hoffe einfach, dass wir die größten Shows bereits gespielt haben, bevor all die Bewerbsspiele starten. Ich versuche schließlich immer bei so vielen wie möglich live vor Ort zu sein. Gerade jetzt, wo das Land so viel Erfolg hat.

"Krone": Wäre es für dich interessant, für deinen Klub oder gar für das Nationalteam einen Song, oder eine Art Hymne zu schreiben?
Jones: Wir haben mal solche Sachen versucht, oder auch einen Tribute-Song für den verstorbenen walisischen Fußballer Gary Speed verfasst. Das war eine spezifische Sache. Die BBC hat einmal angefragt, da sie vor wichtigen Spielen immer eine Best-Of-Zusammenstellung mit musikalischer Hintergrundbeschallung senden. In solchen Dingen bin ich involviert, aber ich denke, eine neue Hymne braucht das Land nicht. (lacht) Unsere ist gut genug.

"Krone": Abschließend - wer ist für dich der beste walisische Fußballer aller Zeiten?
Jones: Das kann nur Ryan Giggs sein. Seine Karriere war lang und unglaublich. Er hat im Alter von 17 bis 39 in höchster Qualität gespielt. Gareth Bale ist auch stark, aber Giggs war eine eigene Liga.

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