Mi, 22. November 2017

SP-Vorschlag

20.10.2015 06:07

Kaiser will „Sozialjahr“ für Asylberechtigte

Mit einem neuen Vorschlag in der Flüchtlingskrise lässt jetzt Kärntens Landeshauptmann und Flüchtlingsreferent Peter Kaiser aufhorchen: Er will Asylberechtigte, also anerkannte Flüchtlinge, nicht nur in Sprachkurse schicken, sondern sie auch ein "Sozialjahr" absolvieren lassen - damit sie auch unsere Arbeitskultur und die gesellschaftlichen Werte kennenlernen können. Dies müsse aber eine bundesweite Lösung sein, betonte Kaiser.

In Kärnten sind laut Kaiser derzeit rund 3600 Asylwerber in Unterkünften untergebracht. Bekommen sie den angestrebten Asylstatus, gelte es, sie möglichst rasch zu integrieren, sagte Kaiser am Montag nach dem Parteivorstand der Kärntner SPÖ. "Ich glaube, das wäre besser als eine unkontrollierte Öffnung des Arbeitsmarktes ohne Wenn und Aber", so der Landeshauptmann. Eine echte Integration könne es erst geben, wenn sprachliche Barrieren abgebaut seien und eine gewisse Anpassung stattgefunden habe - "an eine Gesellschaft, die zu einer neuen Heimat werden soll", sagte Kaiser.

Anlehnen will er sein Modell an die Grundidee eines "bezahlten Sozialjahres", die im Zuge der Diskussion um die Abschaffung der Wehrpflicht aufgekommen war. So könne sich der Landeshauptmann viele Institutionen vorstellen, bei denen dieses Sozialjahr geleistet werden könnte. "Das geht von der Caritas über das Rote Kreuz bis hin zur Feuerwehr. Oder wir könnten sie zur Betreuung neu ankommender Flüchtlinge einsetzen. Da sind unsere freiwilligen Helfer ohnehin an ihren Grenzen."

Kärntner Freiheitliche lehnen Kaiser-Vorschlag ab
Mit Ablehnung reagierten die Kärntner Freiheitlichen auf Kaisers Vorschläge. In einer Aussendung teilte Landesparteisekretär Ewald Mödritscher mit, es sei "als gefährliche Drohung zu interpretieren", wenn Kaiser von rascher Integration von Asylwerbern und Öffnung des Arbeitsmarktes spreche. Die rot-grün-schwarze Koalition stampfe Sozialleistungen für Kärntner ein und baue das "Asylparadies" weiter aus, kritisierte Mödritscher.

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