Mi, 22. November 2017

Fleischbeschau

19.10.2015 09:32

Tierarzt wegen schlampigen Kontrollen verurteilt

Die Privatpraxis, Hausrenovierung und drei Kinder hielten einen Tierarzt aus Oberösterreich so in Schach, dass er bei der Kontrolle von Schlachtungen schlampte. Für die Abrechnung seiner Dienste hatte er aber schon Zeit. Er wurde zu fünf Monaten bedingt und einer unbedingten Geldstrafe verurteilt.

Als amtlicher Tierarzt sollte der Veterinär bei einem Mühlviertler Schlachthof Kontrollen durchführen. Mit einer Lebendtieruntersuchung vor der Schlachtung der Lämmer und mit einem Genusstauglichkeitsstempel auf das Fleisch. Beides nahm der Tiermediziner, wie er vor dem Linzer Richter Ralf Sigl zugab, etwas locker. Bei den lebenden Tieren haperte es an der Dokumentation, den Stempel für die Fleischbeschau überließ er dem Schlachthofbesitzer, wenn ihm aus Zeitgründen die Untersuchung nicht möglich war.

"Ich wusste, dass alles in Ordnung ist"
"Ganz unbetrachtet hat er das Fleisch nie gelassen, er hat nur die Sorgfalt nicht eingehalten", versuchte der Verteidiger eine Erklärung für das Verhalten des Tierarztes, der aussagte: "Die Schlachtzahlen sind damals explodiert." Gefahr für die Konsumenten hat aber, seiner Meinung nach, durch die Schlamperei keine bestanden: "Der Besitzer des Schlachthofes ist ein Profi. Außerdem stammten viele Tiere aus meinem Einzugsgebiet. Da wusste ich, dass alles in Ordnung ist."

Wegen Missbrauch der Amtsgewalt wurde der Tierarzt nun zu fünf Monaten bedingt und 16.200 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt.

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