Sa, 18. November 2017

Welternährungstag

16.10.2015 10:06

Wer bewusst isst, kann jeden Tag Tierschützer sein

Zum Welternährungstag am 16. Oktober betont die internationale Tierschutzorganisation "Vier Pfoten": Was wir essen, hat große Auswirkungen - auf das Tierwohl, unsere Umwelt und nicht zuletzt auf uns selbst.

Auch wenn immer mehr Menschen auf vegane oder vegetarische Ernährung umsteigen, nimmt der weltweite Fleischkonsum weiter zu: Über 60 Milliarden Tiere werden jährlich geschlachtet und verzehrt. Allein in Österreich isst jeder Mensch im Durchschnitt 60 bis 70 Kilogramm Fleisch im Jahr. Dass auch in Entwicklungsländern immer mehr Fleisch konsumiert wird, verstärkt den Trend zu Intensivtierhaltung noch weiter.

"Jede Mahlzeit ein Zeichen für oder gegen den Tierschutz"
Mit seinen Kampagnen für bessere Haltung von Nutztieren und der Gastro-Initiative "friendly food", die auf fleischlose Alternativen setzt, wollen die "Vier Pfoten" zum Umdenken auffordern. Daria Hainz, Leiterin der Abteilung Ernährung bei der Tierschutzorganisation: "Mit jeder Mahlzeit, die wir einnehmen, entscheiden wir, wie Tiere in unserer Gesellschaft leben - und setzen so ein Zeichen für oder gegen den Tierschutz."

Organisation appelliert an die Konsumenten
"Jeder von uns könnte jeden Tag Tierschützer sein, ganz einfach indem er Fleisch und tierische Produkte reduziert und stattdessen pflanzliche Alternativen wählt", erklärt Hainz. "Wer nicht vollständig Fleisch, Eier, Käse oder Milch weglassen möchte, sollte zumindest darauf achten, dass diese aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft, Weide-oder Freilandhaltung kommen."

Fleischkonsum in 20 Jahren verdoppelt?
Prognosen lassen befürchten, dass sich der weltweite Fleischkonsum in den nächsten 20 Jahren dramatisch verdoppeln wird. Damit werden sich voraussichtlich auch die Probleme verdoppeln, die mit übermäßigem Fleischkonsum einhergehen: unwürdige, quälende Bedingungen für Tiere in Intensivtierhaltung, Hochzüchtungen zu "Turbotieren", immer größere Beanspruchung von Ackerland für die Futtermittelproduktion, ein Ansteigen der Emissionen, Rodungen, sinkende Trinkwasserressourcen und, wie ernährungswissenschaftlich belegt, gesundheitliche Probleme bei Menschen, die zu viel Fleisch konsumieren.

"Ein globaler Gesinnungswandel muss stattfinden"
Hainz: "Sollte dies eintreten, wäre das ein Desaster. Überall auf der Welt müssen die Menschen weniger Fleisch essen, wenn wir Nutztiere artgemäßer halten wollen. Es muss ein globaler Gesinnungswandel stattfinden, damit die Ernährungssicherheit für alle Menschen, die unsere Welt bis 2050 bewohnen werden, gewährleistet werden kann!"

Pilot-Projekt "friendly food" in Österreich
Die "Vier Pfoten" haben mit "friendly food" in Österreich ein Pilot-Projekt initiiert, das auf fleischlose Alternativen setzt. Aber das ist noch nicht genug: Die Organisation fordert, dass das Thema Ernährung von den öffentlichen Stellen ernster genommen werden muss. Der Konsum von Fleisch und tierischen Produkten sollte in Schulen kritischer behandelt werden, Berufsschulen für Gastronomie und Hotellerie sollten auch vegetarische und vegane Köche ausbilden, Gemeinschaftsverpfleger müssten ihr fleischloses Angebot attraktiver gestalten, Regierungen und Unternehmen entsprechende Angebote fördern.

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