Fr, 20. Oktober 2017

Hausärzte-Notdienst

14.10.2015 21:38

So wirbt Oberösterreich unsere Ärzte ab

Der neue Bereitschaftsdienst mit Rotkreuz-Unterstützung in Oberösterreich ist für Ärzte interessant: Auch die Regionen Braunau und Mattighofen werden gerade umgestellt. Spitalsmediziner aus Salzburg interessieren sich für einen gut bezahlten "Nebenjob". Die SALK wollen da aber einen Riegel vorschieben.

Oberösterreich geht beim Ärztebereitschaftsdienst einen anderen Weg: Keine Ferndiagnosen über das Telefon in der Nacht, sondern es kommt ein "Visitenarzt" mit dem Rot-Kreuz-Auto. Bezirk für Bezirk wird gerade auf das neue System umgestellt. Auch in Mattighofen und Braunau wird mit Jänner 2016 ab 19 Uhr ein "Visitenarzt" zentral stationiert. Vorteil: Die Ärzte in den Ordinationen werden entlastet, weil Dienste wegfallen. Zusätzlich halten an Wochenenden pro Bezirk zwei Ordinationen offen. Stefan Neubauer, RK Oberösterreich: "Wir stellen Infrastruktur zur Verfügung."

Die Einsätze mit "Rotkreuz-Chauffeur" sind für die Ärzte interessant: Die Dienste sind mit 950 Euro für zwölf Stunden und 1900 Euro (950 Euro bleiben nach Steuer-Abzug) für eine 24-Stunden-Einheit gut bezahlt. Zehn Salzburger Ärzte meldeten sich bereits für das neue Bereitschaftsmodell. Und die Oberösterreicher rechnen noch mit weiteren Interessenten.

Nebenbeschäftigungen sind begrenzt
Spitalsärzte haben bei Nebenjobs aber nicht alle Freiheiten: Weil seit Jänner im Krankenhaus die 48-Stundne-Woche gilt, wird noch mehr auf Dienste geachtet. "Arbeitszeit und Ärztemangel lassen Nebenbeschäftigungen in anderen Bundesländern nicht zu", lässt auch Landesvize Christian Stöckl keine Zweifel offen und er kritisiert: "Bei den Lohnverhandlungen haben die Ärzte ständig mit Überarbeitung und Übermüdung argumentiert und jetzt soll es plötzlich kein Problem sein, in der Nacht und am Wochenende zusätzlich zu arbeiten." SALK-Chef Paul Sungler ergänzt: "Nebenbeschäftigungen muss unsere Personalstelle freigeben." Sie sind mit vier bis sechs Stunden pro Woche begrenzt. Sungler: "Es kann nicht sein, dass der Dienst in der Klinik zur Nebensache wird. " Spitäler brauchen ausgeruhte Ärzte.

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