Sa, 16. Dezember 2017

Recht bekommen

14.10.2015 14:41

Gefängnistor zu laut - Häftlinge klagten den Staat

Kirchenglocken, traditionelles Osterratschen - weg damit, alles zu laut. Doch es geht noch skurriler: Im Gefängnis Stein hat eine Gruppe von Häftlingen den Staat geklagt. Der Grund: Den Schwerverbrechern werde der Schlaf von einem Sicherheitseisentor geraubt. Die Volksanwaltschaft hat eine "Dezibel-Reduktion" verordnet, ein Dämpfer wurde eingebaut.

Es war ein metallisches Klicken zu hören, wenn das elektronisch angetriebene Eisentor zum Hof des Hochsicherheitsgefängnisses ins Schloss fiel - ein Klicken, mehr nicht. Doch das gefiel einem der 740 schweren Jungs hinter Gittern ganz und gar nicht. Genau dieser eine Klick raubte ihm den Schlaf, riss ihn aus den Träumen oder störte seine Tagesroutine, sobald jemand die berühmt-berüchtigte Justizanstalt Stein betrat.

Er machte daraufhin in seinem Trakt mobil, rief vermeintlich lärmempfindliche Mithäftlinge zum Kampf gegen das laute Eingangstor und zur "Lärm-Revolte" auf, und das - wie sowohl Anstaltsleitung, als auch Volksanwaltschaft bestätigen - mit Erfolg. Die skurrile Sammelklage der verurteilten Verbrecher wurde mit Argusaugen von Volksanwältin Gertrude Brinek begutachtet, der Beschwerde schließlich stattgegeben.

Dämpfer um 500 Euro eingebaut
Während in der Lärm-Causa um das Kirchenglockengeläute im Linzer Mariendom - ein Anrainer klagte, weil seine Nachtruhe gestört sei - noch keine Lösung gefunden wurde, können Stein-Häftlinge endlich wieder entspannt durchschlafen. Die Schließgeschwindigkeit des Eisentores wurde soweit reduziert, dass die "unerträgliche" Geräuschkulisse verhindert wird. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, mussten auf Anordnung zusätzlich 500 Euro investiert werden - für einen speziellen Schalldämpfer...

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden