Do, 23. November 2017

Entwarnung

13.10.2015 14:45

Unsere „Playboy“-Bunnys ziehen sich nicht an!

Helle Aufregung herrschte Dienstagfrüh weltweit nach der Ankündigung des US-"Playboy", dass es in Zukunft keine völlig unbekleideten Damen mehr im Heft zu sehen geben wird. In Deutschland und Österreich darf man(n) aber inzwischen aufatmen. Denn in unseren Breiten werden weiterhin barbusige Häschen und nackte Popos zu bewundern sein.

Seit Jahrzehnten steht die US-amerikanische Institution "Playboy" für unzweideutige Bilder entblößter Frauenkörper - aber damit soll jetzt Schluss sein, berichtete die "New York Times" am Dienstag. Komplett nackte Frauen werden künftig nicht mehr gezeigt - wegen der wachsenden Konkurrenz im Internet.

"Playboy"-Gründer Hugh Hefner (89) habe einem entsprechenden Vorschlag seiner Top-Redakteure zugestimmt, hieß es. Ab kommendem Frühjahr werde die berühmte Zeitschrift komplett neu gestaltet. Zwar würden Frauen weiter in provokativen Posen gezeigt, jedoch sollen sie nicht mehr völlig nackt abgebildet werden. Die Zeiten hätten sich schlicht geändert, sagte "Playboy"-Chefmanager Scott Flanders.

Den Kampf darum, unbekleidete Körper abbilden zu dürfen und Nacktheit gesellschaftsfähig zu machen, habe der "Playboy" schon lange gewonnen. "Heute reicht ein Mausklick, um sich jeden nur vorstellbaren sexuellen Akt im Internet herunterzuladen", so Flanders. Nacktaufnahmen in Zeitschriften seien damit überholt. "Der Zwölfjährige in mir ist sehr enttäuscht", sagte Redakteur Cory Jones, der Hefner den Vorschlag zur Umgestaltung unterbreitet hatte. "Aber es ist die richtige Entscheidung."

Deutscher "Playboy" bleibt nackt
In Deutschland und Österreich teilt man diese Meinung nicht. "Auf die Ausrichtung und Gestaltung des deutschen 'Playboy' hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss", betonte der deutsche "Playboy"-Chef Florian Boitin Dienstag gegenüber der "Bild". In Deutschland (und damit auch in Österreich) wird der "Playboy" auch weiterhin nackte Brüste zeigen. "Wir halten an unserem erfolgreichen Konzept auch in Zukunft fest. Wir werden ja von Lesern und von Anzeigenkunden gleichermaßen geschätzt und das betrifft ja auch den facettenreichen Umgang mit der erotischen Fotografie", so Boitin.

Die Playmates würden weiterhin komplett nackt gezeigt werden. Boitin: "Das Thema Nacktheit dokumentieren wir ja in allen Facetten. Auch das wird in Zukunft so sein, der deutsche 'Playboy' wird daran nichts ändern."

"Was bleibt, wenn du die Nacktheit weglässt?"
Immer wieder hatte es Kritik gegeben, die Nacktbilder wurden als frauenverachtend bezichtigt. Unbestritten ist allerdings der Markenwert von "Playboy": Wie die "NYT" schreibt, ist das Logo eines der bekanntesten weltweit, neben denen von Apple und Nike.

Um in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zugelassen zu sein, die Fotos bereits dann sperren, wenn darauf eine Brustwarze zu sehen sind, habe das Magazin schon in der Vergangenheit einige seiner Inhalte angepasst, sagte Flanders. So ist sein Internetauftritt schon seit August 2014 völlig frei von Nackten. Seitdem sank das Alter des Durchschnittslesers von 47 auf 30 Jahre, gleichzeitig stieg die Zahl der Online-Besucher von vier Millionen auf 16 Millionen im Monat. Das neue Hochglanz-Magazin versucht nun laut seinem Chef eine Antwort auf die zentrale Frage zu finden: "Was bleibt, wenn Du die Nacktheit wegnimmst?"

Immerhin hatten einst sogar Ikonen wie Marilyn Monroe, Madonna, Sharon Stone, Pamela Anderson und Naomi Campbell die Hüllen fallen lassen, um im "Playboy" die Männerfantasien zu beflügeln.

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