Mo, 20. November 2017

Nach Wien-Wahl

11.10.2015 21:32

Rot-Grün, Rot-Schwarz: Häupl kann sich‘s aussuchen

Fünf weitere Jahre Rot-Grün oder ein Comeback von Rot-Schwarz: Michael Häupl und seine Wiener SPÖ finden sich nach der Landtagswahl in einer komfortablen Position wieder. Die einzige Zweier-Variante, die sich neben SPÖ/ÖVP oder SPÖ/Grünen ausginge, ist Rot-Blau - und das hat Häupl glaubwürdig den ganzen Wahlkampf über ausgeschlossen.

Bequemer ginge es derzeit mit Rot-Grün. Gemäß Ergebnis ohne Wahlkarten kämen SPÖ und Grüne auf 53 der 100 Mandate. Die Wahlkarten könnten den Grünen noch ein zusätzliches Mandat bringen (das von der FPÖ käme).

Mit der ÖVP hätten die Sozialdemokraten 51 Sitze im Landtag und damit nur ein Mandat Überhang. Allenfalls könnte man noch zur Sicherheit die NEOS einbinden, die über fünf Sitze verfügen - ebenfalls eine nicht unbedingt wahrscheinliche Variante.

Kommentar von Claus Pándi: Noch viel zu tun
Michael Häupl ist seinem Ruf als unverwüstliches Wahlkampf-Schlachtross gerecht geworden. Der seit 21 Jahren regierende Wiener Bürgermeister konnte der SPÖ erneut eindeutig den ersten Platz in der Bundeshauptstadt sichern. Angesichts der politischen Großwetterlage ist das eine enorme Leistung.

Aufgestiegen sind jedoch die Freiheitlichen. Aber bei Weitem nicht in derart lichte Höhen, wie von manchen vorhergesagt. Die FPÖ konnte aus der Flüchtlingskrise einiges Kapital schlagen. Aber dass Heinz-Christian Strache eine Großstadt von internationalem Rang regiert, wollten die Wiener dann offenbar doch nicht.

Kleinere Parteien wie die Grünen oder die NEOS sind bei dem Zweikampf zwischen den Sozialdemokraten und Freiheitlichen an den Rand gedrängt worden. Das ist nicht überraschend. Bemerkenswert ist allerdings, dass die ÖVP in Wien endgültig zu einer Kleinstpartei geschrumpft ist. Bei einer Wahl zwischen Grünen und NEOS zu landen, ist für diese bürgerliche Kraft ein historisches Desaster.

So sind die Landtagswahlen eine klare Botschaft. Haltung, wie sie die SPÖ in der Flüchtlingsfrage gezeigt hat, wird honoriert, auch wenn sie nicht populär ist. Andererseits erwarten die Wähler, dass ihre Ängste nicht als fremdenfeindliche Gemeinheit abgetan werden. Schließlich haben nicht alle Wiener in den vergangenen Jahren vom höheren Lebensstandard profitiert.

Da bleibt für den alten und neuen Wiener Bürgermeister Michael Häupl noch viel zu tun.

Lesen Sie auch:

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden