Di, 17. Oktober 2017

Nur 28 Prozent

08.10.2015 12:31

„Helmtragemoral“ bei erwachsenen Radfahrern gering

Seit über vier Jahren müssen Kinder bis zwölf Jahren in Österreich einen Helm tragen, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind oder als Beifahrer mitfahren. Für Erwachsene gibt es keine Helmpflicht. Fakt ist allerdings, dass das Tragen eines Helms bei einem Unfall vor Verletzungen schützt oder zumindest die Folgen abschwächt. Allerdings trägt nicht einmal ein Drittel der Erwachsenen einen Kopfschutz.

Insgesamt 1.500 Radfahrer wurden erfasst, lediglich 28 Prozent trugen einen Helm: Das ergab eine Analyse des ÖAMTC im August in Wien. Bei den Männern waren es 31 Prozent, bei den Frauen lediglich 25 Prozent, sagte ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nose.

Unterschiede gab es auch je nach Strecke. Trugen in der Prater Hauptallee oder entlang des Donaukanals rund 38 Prozent der Radler einen Helm, waren es am Radweg vor der Wirtschaftsuniversität oder in der Lasallestraße lediglich 15 Prozent. "Das legt nahe, dass auf den klassischen Berufswegen die Helmtragemoral geringer ist als auf Freizeitstrecken", sagte Nose.

Helm verringert Verletzungsrisiko deutlich
Der ÖAMTC wertete auch die Daten von verunglückten Radfahrern aus den Jahren 2008 bis Mitte 2015, die in der eigenen Unfallforschungsdatenbank erfasst werden, aus. Hier zeigte sich, dass das Tragen eines Helms das Risiko von schweren Kopfverletzungen deutlich reduziert. "Der Anteil an verunglückten Radfahrern ohne Helm, die schwere oder lebensbedrohliche Kopfverletzungen aufwiesen, liegt bei 48 Prozent. Bei Radfahrern, die einen Helm trugen, ist dieser Prozentsatz mit 34 Prozent deutlich geringer", so Nose.

Allerdings bietet auch ein Helm keinen völligen Schutz vor lebensbedrohlichen Kopfverletzungen. Bei Kollisionen mit Fahrzeugen mit höheren Geschwindigkeiten oder einem unglücklichen Aufprall können Unfälle auch mit Fahrradhelm tödlich enden.

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