Mo, 18. Dezember 2017

Aufrüsten günstig

07.10.2015 15:49

RAM-Preise sind dank Windows 10 im Keller

Wer mit dem Gedanken spielt, seinen PC mit mehr Arbeitsspeicher aufzurüsten, hat jetzt relativ kostengünstig die Gelegenheit dazu. RAM ist so billig wie schon lange nicht mehr - und das trotz eines kürzlichen Dämpfers in der Produktion. Schuld an den tiefen Preisen hat zumindest zum Teil Microsoft.

Ein Vier-Gigabyte-Riegel DDR3-RAM kostet derzeit im Schnitt 18,5 US-Dollar, berichtet das IT-Magazin "Digital Trends". Und günstiger RAM ist kein US-Phänomen: Wer im Preisvergleichsportal "Geizhals" die Preise in Österreich überprüft, beobachtet auch hierzulande das günstigste Preisniveau seit langem. Vier Gigabyte DDR3-RAM gibt's derzeit für knapp über 22 Euro. Nur im Herbst 2012 war RAM noch billiger.

Der Preisverfall ist erstaunlich, weil die Produktionskapazitäten bei RAM-Modulen kürzlich einen Dämpfer erlitten haben. Grund dafür waren Chinas Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Viele RAM-Fabriken im Reich der Mitte gaben ihren Mitarbeitern während der Feiern frei, was für kurzzeitige Produktionsausfälle sorgte, welche die Preise eigentlich steigen lassen müssten.

Windows 10 brachte keinen Verkaufsturbo
Trotzdem ist RAM derzeit so billig wie schon lange nicht. Grund dafür ist offenbar vor allem Microsoft. Eigentlich sorgt die Veröffentlichung einer neuen Windows-Version traditionell für steigende Hardware-Verkaufszahlen, dieser Turbo blieb mit Windows 10 aber aus.

Weil Microsoft Besitzern der Vorgängerversionen sein neues Betriebssystem als Gratis-Upgrade anbietet und der Hardware-Hunger nicht gestiegen ist, bleiben viele Umsteiger bei ihrer vorhandenen Hardware und verzichten auf Aufrüstprojekte wie mehr Arbeitsspeicher. Die geringe Nachfrage sorgt für volle RAM-Lager - und in weiterer Folge geringe Preise.

Billiger RAM durch schwachen Hardware-Markt
Die Aufrüst-Unwilligkeit der PC-Nutzer sorgt nicht nur für fallende RAM-Preise, sondern lässt den PC-Markt allgemein schwächeln. "Laptop-Verkäufe im dritten Quartal bleiben hinter den Erwartungen an eine traditionell starke Saison zurück, weil Windows 10 mit seinem Gratis-Upgrade Notebook-Ersatzkäufe negativ beeinflusst hat", sagt die Analystin Avril Wu. Und weil Arbeitsspeicher Bestandteil jedes Notebooks ist, bedeutet ein schwacher Laptop-Markt auch einen schwächelnden RAM-Markt.

Auch andere Geräte, in denen Arbeitsspeicher steckt, verkaufen sich nicht mehr so prächtig wie noch vor einigen Monaten. Die Nachfrage nach Smartphones und Servern dürfte in den nächsten Monaten sinken, was es RAM-Herstellern wie SK Hynix, Micron und Samsung weiter erschwert, ihre Produkte zu verkaufen. RAM könnte also noch eine Weile so günstig bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden