Di, 21. November 2017

Flüchtlinge

06.10.2015 19:54

Bayerns Helfer vor dem Kollaps

Seit Wochen rackern und schuften sie ehrenamtlich, nehmen sich ihren Urlaub wie die österreichischen Kollegen, damit sie an der Grenze Flüchtlingen helfen können. Jetzt schrillen beim Bayrischen Roten Kreuz die Alarmglocken: „Wir sind nur für Notfälle da, nicht für Dauereinsätze“, so BRK-Chef Leonhard Stärk.

"So kann es nicht weiter gehen", sagt der Chef des Bayrischen Roten Kreuzes Leonhard Stärk. Er besuchte am Tag der deutschen Einheit die Freilassinger Notunterkunft mit 500 Asylwerbern: Rot-Kreuz-Sanitäter, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes sind rund um die Uhr im Einsatz, versorgen und betreuen hier die Flüchtlinge. Doch die weitere Besetzung des Schichtdienstes macht BRK-Chef Stärk Sorgen: "Primär sind wir für Notfälle und Katastrophen-Einsätze da. Doch mit Ehrenamtlichen kann man nicht auf Dauer die Infrastruktur für einen derartig umfassenden Einsatz stemmen."

"Jetzt geht uns bald die Luft aus"
Viele Helfer seien physisch und psychisch bereits an ihre Grenzen gekommen, die letzten Wochen würden ihren Tribut fordern. Auch hätten viele Freiwillige heuer bereits ihren gesamten Privat-Urlaub geopfert, um helfen zu können: "Wir zollen allen größten Respekt und sagen ein riesengroßes 'Vergelt’s Gott'. Doch jetzt geht uns bald die Luft aus." Nicht anders ist auch die Lage diesseits der Grenzen: Bei vielen Magistrats-Mitarbeitern macht sich enormer Frust über die endlosen Müllberge breit, die Flüchtlinge besonders am Bahnhof und in der Bahnhofs-Tiefgarage hinterlassen. Ein Mitarbeiter der Bauregie machte deshalb seinem Ärger via Facebook Luft - wegen der darin enthaltenen wüsten Beschimpfungen seines Chefs wurde der 58-Jährige fristlos gekündigt.

Auch beim Salzburger Roten Kreuz sieht man Probleme durch die Dauerbelastung: "Tagsüber, wenn die meisten unserer Ehrenamtlichen arbeiten gehen müssen, ist es besonders eng." In Bayern versucht man, Engpässe nun auch mit freiwilligen Diensten von Krankenschwestern, ja sogar der Berg- und Wasserwacht aufzufüllen. Ebenso will man ehrenamtliche Rot-Kreuz-Helfer aus benachbarten Landkreisen heran ziehen.

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