Di, 21. November 2017

Tastensperre gelöst

06.10.2015 12:38

„Butt dials“ lassen Notrufe in die Höhe schnellen

Wie wichtig eine funktionierende Tastensperre ist, zeigt eine aktuelle Statistik aus den USA. Dort verzeichnete die Stadt San Francisco seit 2011 bei der Anzahl der eingehenden Notrufe eine Zunahme um 28 Prozent. Wie sich jetzt herausstellte, zeichneten weder Verbrechen noch Unfälle für das Plus verantwortlich, sondern sogenannte "Butt-Dials", also versehentlich getätigte Anrufe.

Fast jeder kennt das Phänomen: Das Handy steckt in der Hosen-, Jacken- oder Handtasche und entwickelt dort ein Eigenleben, indem es unbemerkt Telefonate führt. In den USA spricht man von sogenannten "butt dials" - Anrufen, die durch Druck des Hinterns auf das Handy zustandekommen.

Mitarbeiter überlastet
Was zunächst harmlos klingt, kann ernsthafte Konsequenzen haben, wie die Stadt Francisco feststellen musste. Seit 2011 schnellte die Zahl der eingehenden Anrufe dort um fast ein Drittel nach oben, was viele Mitarbeiter in den entsprechenden Leitstellen zu Überstunden zwang.

Die Suche nach den Ursachen brachte zunächst keine Klärung, denn weder Verbrechens- noch Unfallraten waren im selben Zeitraum gleichermaßen gestiegen. Erst ein Team von Google-Forschern brachte jetzt Licht ins Dunkel und konnte eben jene versehentlich getätigten Anrufe in 30 Prpzent der mobil getätigten Notrufe als Schuldigen ausfindig machen.

Das Problem für die Rettungsstellen: Sie müssen dennoch jedem eingehenden Notruf nachgehen und klären, ob es sich auch tatsächlich um ein Versehen handelt oder der Anrufer gerade nicht in der Lage ist, zu sprechen, was sie laut Untersuchung pro Rückruf durchschnittlich eine Minute und 14 Sekunden kostet. Zeit, die dann für echte Notfälle fehlt.

Pro Jahr 84 Millionen "butt dials" in New York
Auch in New York kennt man das Problem, wie die britische BBC berichtet. Früheren Schätzungen der Rundfunkbehörde FCC zufolge werden die Hälfte aller per Handy eingehenden Notrufe in der US-Metropole versehentlich getätigt, was hochgerechnet aufs Jahr 84 Millionen "butt dials" entspreche.

Die sei eine enorme Verschwendung von Ressourcen, treibe die Kosten in die Höhe, drücke auf die Moral der Mitarbeiter und erhöhe das Risiko einer Verzögerung bei legitimen Notrufen, so das Fazit der FCC. Eine Lösung für das Problem gibt es derzeit allerdings nicht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden