Fr, 17. November 2017

Weniger Tierleid?

06.10.2015 08:58

Experte: „Kontrollen der Tiertransporte wirken“

Der Salzburger Landes-Veterinär-Direktor Josef Schöchl und Tiertransport-Inspektor Manfred Pledl zogen am Montag nach einer Tier-Transporte-Razzia eine positive Bilanz: Es gab kaum Beanstandungen, die Kontrollen der letzten Jahre zeigten Wirkung. Jedes Jahr werden rund 80.000 Kühe und Kälber an den Schlachthof geliefert.

"Als wir mit den Kontrollen im Jahr 1999 begonnen haben, war die Lage dramatisch", erinnert sich Josef Schöchl: "Tote und am Transport verendete Tiere waren keine Seltenheit, dazu kamen ewig lange Fahrzeiten, während der die Tiere nicht einmal getränkt wurden." Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober kontrollierte das Land Salzburg, unterstützt von der Bergheimer Polizei, Montag Dutzende Tier-Transporte am Weg zum Schlachthof. Posten-Kommandant Helmut Naderer: "Bei einem Anhänger habe sogar ich gestaunt, dass gleich neun Kälber hinauf passen. Alles war eng, aber im gesetzlichen Rahmen."

Transport darf maximal fünf Stunden dauern
Tiertransport-Inspektor Manfred Pledl, der mit seinem zum Büro umfunktionierten VW-Bus samt Blaulicht täglich auch Transporte auf der Autobahn ins Visier nimmt, vermeldete nur eine Besonderheit: "Ein Transport mit bereits getöteten Tieren. Das ist dann erlaubt, wenn die Kühe am Hof verletzt wurden. Sie werden dann dort vom Tierarzt beschaut und müssen innerhalb von zwei Stunden am Schlachthof sein." Maximal fünf Stunden dürften Tiertransporter zum Schlachthof unterwegs sein, die Polizei nahm Montag alle Tachoscheiben unter die Lupe - auch hier gab es keine schwarzen Schafe.

Weniger Tiertransporte, weil Förderung fehlt
Landes-Veterinär Josef Schöchl sieht allgemein einen Rückgang beim Transport lebender Tiere: "Weil die Exporterstattung für Lebendvieh gestrichen wurde, fallen die qualvollen Wege für Tiere vor allem in den Nahen Osten weg. Ob das Tierleid dadurch gemindert wird, ist fraglich. Wir hören, dass jetzt vermehrt Kühe aus Südamerika per Schiff in den Nahen Osten gebracht werden. Da sind sie dann viele Tage unterwegs."

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