Sa, 25. November 2017

Geheimpapier:

05.10.2015 08:07

Berlin erwartet bis zu 1,5 Millionen Flüchtlinge

Die deutschen Behörden rechnen in diesem Jahr mit erheblich mehr Flüchtlingen als bisher offiziell erwartet. Allein in den Monaten Oktober bis Dezember würden voraussichtlich bis zu 920.000 weitere Asylbewerber nach Deutschland kommen, berichtete die "Bild"-Zeitung am Montag unter Berufung auf eine interne Prognose von Behörden, die als geheim eingestuft sei. Damit würde dem Bericht zufolge die Zahl der Flüchtlinge bundesweit auf bis zu 1,5 Millionen in diesem Jahr steigen.

Bisher geht die Regierung in Berlin offiziell von 800.000 bis einer Million Flüchtlinge 2015 aus. Doch laut dem Geheimpapier, das die "Bild" laut eigenen Angaben einsehen konnte, werden noch weit mehr erwartet: Allein von den bis zu 920.000 Asylwerbern (Zeitraum Oktober bis Dezember) aus hochgerechnet könnten es durch Familiennachzug bis zu 7,36 Millionen Asylberechtigte werden, die in Deutschland leben wollen.

Wer als Flüchtling anerkannt wird und Asyl erhält, hat das Recht, seine Familie (Ehepartner, Kinder etc.) nach Deutschland zu holen, so die "Bild". Die deutschen Behörden rechnen "aufgrund der familiären Strukturen in den Herkunftsstaaten des Nahen Ostens" mit einem Familien-Faktor von "vier bis acht Angehörigen", die ein Asylberechtigter dann nachholen könnte.

"Extreme Belastung für Länder und Gemeinden"
In dem internen Bericht heißt es weiter, dass sich unter den Einreisenden immer weniger Menschen vom Westbalkan befinden, die in Deutschland kein Anrecht auf Asyl haben. Stattdessen nehme die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Libyen weiter zu. Die Behörden kommen zu dem Schluss: "Diese hohe Zahl an Asylsuchenden droht zu einer extremen Belastung für Länder und Kommunen zu werden."

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt allerdings ihren Kurs: Deutschland müsse diese sehr große Aufgabe, die sich durch den Flüchtlingszustrom stelle, annehmen und gestalten, sagte Merkel in einem Interview des Deutschlandfunks, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. "Dann wird uns das auch gelingen." Zugleich rechtfertigte Merkel ihre Entscheidung im September, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. "Ich würde sie wieder so treffen." Die Flüchtlinge hätten sich trotz aller Gefahren nur schwer aufhalten lassen. "Mit Zäunen werden wir das Problem nicht lösen."

Flüchtlingsstrom hält weiter an
Ursprünglich hatte man in Deutschland damit gerechnet, dass der Flüchtlingsstrom in den Wintermonaten zurückgehen werde. Derzeit sieht es allerdings nicht danach aus. Auch in Österreich kommen weiterhin jeden Tag Tausende über die Grenze. Am Sonntag wurden in Nickelsdorf insgesamt 5800 Grenzübertritte von Flüchtlingen registriert. In der Nacht auf Montag waren es weitere 2500 Menschen, die die österreichisch-ungarische Grenze passierten.

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