Mo, 20. November 2017

In ihrer Tierpension

02.10.2015 08:28

Eleonore Schandl pflegt traumatisierte Vierbeiner

Unbemerkt kann sich niemand dem Areal in der Mühlgasse 200 im burgenländischen Drassmarkt nähern. Begrüßt wird hier nämlich jeder Besucher mit lautstarkem Gebell. Seit 15 Jahren betreibt Eleonore Schandl ihre Hundepension ein wenig außerhalb der 1400-Seelen-Gemeinde. Verstoßene, ausgesetzte oder behördlich beschlagnahmte Tiere nimmt sie dauerhaft unter ihre Fittiche.

Vorübergehend werden auch immer wieder Gasthunde bei ihr verpflegt. Denn nicht jedes Tier ist "urlaubsreif", und nicht jeder Tierhalter hat Verwandte, Freunde oder hilfsbereite Nachbarn, die ein Asyl auf Zeit für den "besten Freund des Menschen" anbieten können. In acht beheizten, belüfteten und geräumigen Blockhütten mit separatem Gehege finden die Hunde genügend Platz zum Schlafen und auch Rückzugsmöglichkeiten. Die meisten residieren hier paarweise. Auf dem etwa 7000 Quadratmeter großen, eingezäunten Grund mit eigenem Hundepool darf täglich frei getobt und miteinander gespielt werden.

Regelmäßiger Besuch vom Tierarzt
In der Quarantäne- und Krankenstation wuselt es beim Besuch der "Krone Tierecke" ebenfalls, denn erst am Tag zuvor hat Frau Schandl eine Hundemama mit acht Welpen aufgenommen - ausgesetzt, vom Besitzer weggeworfen wie Müll. Der Tierarzt kommt regelmäßig in die Tierpension und kontrolliert den Gesundheitszustand der Hunde. Auch Gasttiere werden ausschließlich nur mit einem aktuellen EU-Impfpass aufgenommen.

Viele Schützlinge der "Krone Tierecke"
Einige Vierbeiner benötigen eine spezielle Betreuung. Seit Jahren versorgt Frau Schandl auch Schützlinge von unserer "Krone Tierecke". Hunde, die teils aus falsch verstandener Tierliebe aufgenommen, aber mit der Zeit nicht mehr verpflegt werden konnten oder altersbedingt verstoßen worden sind. So wie "Sam", ein zwölfjähriger, kniehoher Mischlingsrüde mit wunderschönen dunklen Knopfaugen.

Vierbeiner müssen resozialisiert werden
Geschöpfe, die aus Animal-Hoarding-Fällen von der Tierecke gerettet werden und nach Drassmarkt kommen, stellen eine enorme Herausforderung für Schandl und ihr Team dar. Die Hunde sind zum Teil schwer verstört und müssen langsam wieder an Menschen oder an soziales Verhalten generell gewöhnt werden. In Zusammenarbeit mit dem "Hundeschweiger" Bernhard Kainz werden diese Tiere über viele Monate, manchmal auch Jahre, intensiv betreut, bis sie ein neues Zuhause bei verantwortungsvollen Menschen finden.

Schandl vermittelte "Hunderte" Hunde
Das Vertrauen der Hunde in Eleonore Schandl kann man in den Augen der Vierbeiner ablesen. Sie kennt die Gewohnheiten dieser Tiere, weiß ihre Schwächen und Stärken gut einzuschätzen. Nur so kann sie auch den passenden Halter für die Zukunft finden. Wie viele Hunde es bereits waren, die durch ihre Fürsorge und Kompetenz wieder einen Lebensplatz gefunden haben, ist schwer zu sagen - "vermutlich Hunderte", schätzt sie. Mit vielen von den neuen Hundebesitzern hält Frau Schandl Kontakt, und manchmal begrüßt sie ihre ehemaligen Schützlinge als Gäste in ihrer Hundepension wieder. Dort, wo die Gesellschaft, die Pflege, das Futter und die Zuwendung das ganze Jahr über nicht zu kurz kommen.

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