Sa, 16. Dezember 2017

Ski-Fieber steigt

01.10.2015 16:38

"Häuptling Mothl" packt jetzt das Kriegsbeil aus

Noch drei Wochen. Im Alpin-Lager werden die Messer immer intensiver geschliffen, der Saisonstart auf dem Gletscher in Sölden rückt näher. Einer sieht dem Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner besonders gespannt entgegen: Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. Weil der Kärntner noch ohne ein Resultat beim Opening ist. Und weil der 25-Jährige nach dem verletzungsbedingten Fehlen im Vorjahr auch für Marcel Hirscher ein Geheimtipp ist.

Indianer kennen bekanntlich keinen Schmerz. Und so gesehen muss sich Matthias Mayer nie nach einem Federschmuck umschauen. Denn Schmerzen, die kennt er. Besser, als es ihm je lieb war. Damals, als die reaktive Arthritis ihn an den Rollstuhl fesselte (2012). Oder auch im vergangenen Winter.

Ein vernarbter Strang im Rücken. Als ob sich dort ein Nagel quälend hineingebohrt hätte. Skischuhe zumachen? Schwer. Skifahren? Zwei Siege, fünf Stockerl - mit Schmerzen. "Mothl" fuhr dennoch bis zum letzten Rennen. Gegen den Rat der Trainer und fast bis zur totalen Erschöpfung. Wie am Marterpfahl. Irgendwie doch Indianer.

"Ja, ich bin fit"
Heute kann der Abfahrtsolympiasieger drüber fast lachen. Die Schmerzen sind wegtrainiert, der 25-Jährige kann Muskeln spielen lassen wie noch nie in seinem Leben: "Ja, ich bin fit. Ich habe im Sommer ein bissl mehr gearbeitet", sagt er.

Man sieht, dass Ski-Häuptling "Goldener Mothl" nun auf den Pisten wieder das Kriegsbeil ausgraben kann. In seinen Speed-Disziplinen - und auch im Riesentorlauf.

Hirscher: "Matthias ist extrem stark"
Was die Trainingsduelle auf dem Pitztaler Gletscher mit Marcel Hirscher bewiesen. Erstmals traf der Gesamt-Weltcupsieger in dieser Woche auf seine ÖSV-Kumpels - und war anschließend voll des Lobes über Mayer: "Matthias fährt extrem stark. Momentan orientiert sich alles an ihm."

Der Gelobte grinst und scherzt: "Der will nur ablenken!" Leiser Nachsatz: "Aber ja, ich fahr ganz gut." Und wenn das nicht nach Kriegsgeheul klingt.

Mayer hat im Winter übrigens einen Marken-Kollegen weniger: Bode Miller (37) hat seinen Head-Vertrag aufgekündigt. Karriere-Ende? Wie immer: Bei Bode weiß man nie…

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