So, 22. Oktober 2017

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01.10.2015 09:04

VGT verortet Tierqual in Burgenlands Fasanerien

Tausende Vögel mit abgeschnittenen Schnäbeln, viel zu spät im Jahr ausgesetzt - im Rahmen seiner Kampagne gegen die Jagd auf Zuchttiere zeigt der "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) alle sogenannten Fasanerien an.

Im Burgenland werden Tausende Fasane für die Jagd gezüchtet. Noch vor zehn Jahren habe man österreichweit gut 300.000 Fasane pro Jahr ausgesetzt, heute sei das durch den öffentlichen Druck auf ein Drittel zurückgegangen, so der VGT in einer aktuellen Aussendung. Das Burgenland ist für gut ein Fünftel aller ausgesetzten Fasane verantwortlich, die Großfasanerie in Nickelsdorf dürften nach Vermutung der Tierschützer allerdings auch andere Bundesländer beliefern.

Videos sollen Gesetzesverstoß beweisen
Der VGT sei im Besitz von Video- und Fotomaterial vor, das beweist, dass in der Fasanerie in Nickelsdorf die Schnäbel der Tiere kupiert wurden - eine Praxis, die seit 2005 nach dem Tierschutzgesetz verboten ist. Zusätzlich befänden sich noch immer Tausende Fasane in den Volieren, obwohl sie bis spätestens Mitte September hätten ausgesetzt werden müssen. Die Tiere würden wie in typischer Massentierhaltung gezüchtet.

Balluch: "Absolut unerträglich"
Der VGT brachte bei der BH Neusiedl am See Anzeige ein und fordert ein grundsätzliches Verbot davon, Fasane zum Zweck der Jagd zu halten, zu verkaufen oder auszusetzen. Obmann Martin Balluch dazu: "Massentierhaltung in Nutztierfabriken ist schlimm genug. Doch so viele Tiere auf diese Weise zu züchten, lediglich um sie danach bei Abschießbelustigungen als lebende Tontauben für zahlende Jagdgäste zu verwenden, ist absolut unerträglich." Die ausgesetzten Fasane sind handzahm und in freier Wildbahn nicht lebensfähig.

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