So, 17. Dezember 2017

Tiere gerissen

01.10.2015 08:55

Wolf hinterließ in Filzmoos seine DNA-Spuren

Jetzt hat man in Filzmoos Gewissheit: DNA-Analysen haben ergeben, dass dort ein Wolf einige Tiere gerissen hat. Die Proben konnten unter schwierigsten Bedingungen genommen werden, in Luzern wurden sie untersucht. Es ist die zweite bestätigte Wolfsmeldung in Salzburg innerhalb eines Jahres.

Auf der Filzmooser Bachlalm und Schaidlalm im Grenzgebiet zwischen Salzburg und Steiermark fanden Landwirte und Jäger vor vier Wochen getötete Tiere. Ob es ein Wolf ist, damit sind die Behörden immer sehr vorsichtig. Doch jetzt haben DNA-Analysen i Schweizer Luzern bewiesen: Der genetische Fingerabdruck stammt von einem Wolf.

Tier kam vermutlich aus Italien
"Ob dieses Tier schon einmal irgendwo Spuren hinterlassen hat, können wir erst in ein paar Tagen sagen, das wird noch untersucht und abgeglichen. Fest steht aber, dass es ein Wolf ist und dass er wahrscheinlich aus Italien zu uns gekommen ist", erklärt Josef Schöchl, Landesveterinärdirektor. Man geht auch hier von einem einzelnen, wandernden Tier aus. Ähnlich wie in Kaprun, wo in diesem heißen Sommer im Bereich des Imbachhorns zahlreiche Schafe und andere Tiere von einem jungen Männchen gerissen wurden.

Proben waren sehr schwer zu entnehmen
Mit dem Laborergebnis ist der zweite Aufenthalt eines Wolfes in Salzburg innerhalb eines Jahres bestätigt. Dabei ist es äußerst schwierig, überhaupt Proben zu bekommen, denn: "Es machen sich schnell andere Tiere wie Krähen oder Füchse über ein getötetes Tier her", weiß Schöchl. Dass in Filzmoos doch noch Spuren aus einer Bisswunde entnommen und in die Schweiz geschickt werden konnten, ist dem Lungauer Amtstierarzt Fritz Tockner zu verdanken. Er hat seine Pongauer Kollegin vertreten und "ihm gelang es trotz schwieriger Verhältnisse etwas zu extrahieren", lobt der Landesveterinärdirektor.

Wölfe kehren in unsere Wälder zurück
Nachdem 2015 in Kaprun und Filzmoos Aufenthalte von Wölfen bestätigt sind - ob es das gleiche Tier ist, das weiter gewandert ist, bleibt ungelöst - liegt doch nahe, dass die Raubtiere langsam, aber sicher wieder in unsere Wälder zurückkehren. Das hat Schöchl berechtigterweise als "sensibles Thema" bezeichnet, denn die Freude der Landwirte hält sich naturgemäß in Grenzen. Zwar gibt es Entschädigungen für jedes getötete Tier, doch das ist für einen Bauern nicht immer alles. "Das Herz hängt eben dran", klagte ein betroffener Landwirt aus Kaprun der "Krone".

Ein Wolf ist für den Menschen ungefährlich
Doch auch in der Bevölkerung genießt der Wolf nicht den besten Ruf. Schon früh vermitteln uns Märchen wie "Rotkäppchen" das negative Bild der Tiere. Das prägt sich ein, doch fest steht: Der Wolf ist im Märchen höchstens für die Großmutter gefährlich, im normalen Leben nicht, weil sehr scheu. Dass ein Exemplar in Kaprun in die Fotofalle getappt ist und sogar gefilmt werden konnte, ist fast so wertvoll wie ein Lottogewinn - oder zumindest so selten. Experten freuen sich über die Rückkehr, nachdem "Isegrim" lange aus unseren Wäldern verschwunden war.

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