Do, 14. Dezember 2017

Vorwürfe aus den USA

29.09.2015 10:49

Kim Dotcom soll MegaUpload-Piraten bezahlt haben

Im neuseeländischen Auckland läuft derzeit das Auslieferungsverfahren, bei dem sich entscheiden soll, ob Kim Dotcom wegen Beihilfe zu Urheberrechtsvergehen mit seinem Filehoster MegaUpload an die USA ausgeliefert wird. Zum Auftakt des mehrwöchigen Prozesses erhob die Anwältin der US-Regierung schwere Vorwürfe gegen Dotcom: Er soll Filmpiraten dafür bezahlt haben, Raubkopien auf MegaUpload hochzuladen. Der Angeklagte dementiert.

Die Anwältin der US-Regierung warf Dotcom beim Prozessauftakt vor, dass er Piraten dafür belohnt haben soll, urheberrechtlich geschütztes Material auf seine Server hochzuladen. In einem Fall soll ein Raubkopierer von den MegaUpload-Betreibern über mehrere Jahre bis zu 50.000 US-Dollar erhalten haben. Allein dieser Uploader soll 1,2 Millionen illegale Downloads generiert haben.

Dass er von der MegaUpload-Führung für seine Dienste bezahlt worden sein könnte, gehe aus E-Mails hervor, die US-Ermittler nach der MegaUpload-Razzia Anfang 2012 auf beschlagnahmten Rechnern entdeckt haben sollen. Und auch Abhöraktionen des FBI sollen Beweise für die Vorwürfe geliefert haben.

Angeklagter bestreitet die Vorwürfe
Kim Dotcom, der sich seit Jahren in einem juristischen Tauziehen gegen die Auslieferung an die USA wehrt, bestreitet die Vorwürfe. Ihm zufolge soll kein Geld an Raubkopierer geflossen sein. Welche Variante - jene der US-Regierung oder jene des Angeklagten - stimmt, muss das Gericht am Ende des Auslieferungsverfahrens entscheiden. Der Prozess dürfte einem Bericht des IT-Portals "Golem" zufolge noch mindestens drei Wochen dauern.

Die Causa MegaUpload beschäftigt Behörden, Gerichte und die Angeklagten schon seit drei Jahren. Anfang 2012 wurde das Anwesen des MegaUpload-Gründers Kim Dotcom von der Polizei gestürmt. Der Dienst wurde dichtgemacht, Rechner wurden beschlagnahmt. Dotcom wurde verhaftet, kam auf Kaution wieder frei und wehrt sich seither in seiner Wahlheimat Neuseeland gegen die Auslieferung an die USA. Dort drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

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