Sa, 16. Dezember 2017

24 Flüchtlinge

27.09.2015 16:08

Asyl im Zillertal: "Mitanond" ist besser

Chemiker, Juristen und Wirtschaftsexperten – unter den 24 Flüchtlingen, die derzeit in Gerlos einquartiert sind, befinden sich bestausgebildete Männer. Sie möchten bleiben, sich integrieren und arbeiten. Das Generationennetzwerk Zell am Ziller hilft ihnen dabei. Doch das große Problem: Ab November stehen sie auf der Straße.

Nach monatelangem Widerstand hat der Flüchtlingsstrom nun auch das Zillertal erreicht. Die 24 Männer waren eine der ersten, die dort im Mitarbeiterhaus der Gerloser Seilbahnen Unterschlupf gefunden haben. "Es war mir ein Anliegen, in dieser Causa etwas Positives beitragen zu können", sagt BM Andreas Haas. "Bereits von vornherein stand fest, dass das Personalhaus nur eine Übergangslösung ist. Ab Anfang November wird es wieder für die Seilbahnmitarbeiter benötigt."

Generationennetzwerk Zell am Ziller hilft

Eine Tatsache, die einigen der zumeist aus Syrien stammenden Flüchtlinge schwer im Magen liegt. "Seit meiner Flucht weiß ich nicht, wohin die Reise geht. Diese Ungewissheit geht mir sehr nahe", schildert Sharif. Um ihnen den Alltag etwas schmackhafter gestalten zu können, hat sich das Generationennetzwerk Zell am Ziller ein paar tolle Sachen einfallen lassen. "Einmal in der Woche organisieren wir einen Deutschkurs. Zudem dürfen wir die Computeria im Altersheim in Zell am Ziller benützen. Dort festigen wir mitunter spielerisch die Fertigkeiten", erzählt Obfrau Uschi Langesee.

Alle sind begeistert

Die Flüchtlinge sind von dem Engagement begeistert. "Endlich sind wir wieder gefordert. Wir wollen nicht einfach auf die Aufenthaltsgenehmigung warten und das Geld kassieren. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich hier arbeiten zu dürfen", sind Sharif und Hosan einer Meinung. Diese Bemühungen bemerkt auch die Lehrperson. "Bei der zweiten Einheit haben uns die Männer bereits auf Deutsch begrüßt. Das hat mich sehr beeindruckt", berichtet Andrea Bäck.

Unterkünfte gesucht

Rund ein Monat bleibt noch Zeit, um passende Unterkünfte für die 24 Männer zu finden. "Wir haben uns schon auf die Suche nach Wohnungen gemacht, aber es ist schwer. Sollte jemand etwas wissen, kann er sich jederzeit bei uns melden", so Langesee. Sie ist überzeugt: Ein harmonisches "Mitanond" zwischen Flüchtlingen und Einheimischen ist auch im Zillertal möglich! Kontakt: www.gnz-zell.at

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden