Mo, 20. November 2017

Faistenau entsetzt

27.09.2015 13:17

Behörden-“Ja“ zu Steinbruch

Die BH Salzburg-Umgebung hat den umstrittenen Steinbruch am Lidaun nach dem Mineralrohstoffgesetz bewilligt! Bürgermeister Josef Wörndl und Vize Andreas Teufl sind entsetzt: Alle Einsprüche seien abgeschmettert worden. Auch die Tatsache, dass 540 Tonnen an Sprengmitteln nahe den Quellen versickern würden.

Wieder ein Tiefschlag für die Tourismus-Gemeinde Faistenau, wo die Bürger seit nunmehr über drei Jahren Front gegen den geplanten Steinbruch am Lidaun, dem Hausberg der Faistenauer, machen.

30 Jahre lang darf am Lidaun abgebaut werden
Mit Datum vom 21. September hat die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung den Abbau für eine Zeit von 30 Jahren genehmigt. "Ich bin vor allem entsetzt über die Art und Weise, wie das Behördenverfahren abgewickelt wurde", schäumt Bürgermeister Josef Wörndl: "Keines unserer Gegenargumente fand Gehör, über alles wurde handstreichartig drüber gefahren. Wozu wurde da ein Jahre langes Behördenverfahren abgewickelt? Das Ganze war ja nur ein Schauprozess." Der Ortschef ist wie sein Vize Andreas Teufl von Landesumwelt-Anwalt Wolfgang Wiener und LH-Stellvertreterin Astrid Rössler maßlos enttäuscht: "Beide haben signalisiert, dass sie mit dem Steinbruch kein Problem haben. Und das soll grüne Politik sein?" Doch Wörndl und Teufl sagen auch: "Wir geben nicht auf, werden Beschwerde gegen den Bescheid beim Landesverwaltungsgerichtshof erheben und wenn es nötig ist, gehen wir auch bis zum Höchstgericht: Den Steinbruch im Ort wird es nicht geben."

540 Tonnen Sprengmittel gefährden viele Quellen
Denn zahlreiche Argumente sprechen gegen die Schotter- und Split-Gewinnung am Lidaun. Bgm. Wörndl: "So sollen dort jährlich 18 Tonnen Sprengmittel verarbeitet werden, in 30 Jahren wären das 540 Tonnen und alles geht ins Trinkwasser." Denn am Lidaun gibt es eine öffentliche und rund um den Berg zahlreiche private Quellen." Auch dass die Betreiber (Berger & Webersberger & Eder) den Kahlschlag am Lidaun mit Ausgleichsmaßnahmen anderswo gut machen wollen, bringt den Orts-Chef auf die Palme: "Sie sollen einen Steinbruch in Thalgau, den es bereits seit dem Zweiten Weltkrieg gibt, rekultivieren. Was bitte hätte unser Ort davon?" Auch die Betreiber wollen weiter kämpfen: Das Material sei gut und würde in Salzburg gebraucht, lange Transportwege entfielen.

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