Fr, 24. November 2017

GP von Japan

25.09.2015 08:58

Kwjat Schnellster zum verregneten Suzuka-Start

Das Formel-1-Wochenende in Japan hat am Freitag mit einem Regentraining ohne Aussagekraft begonnen. Wegen des schlechten Wetters fuhren die Piloten in Suzuka in beiden Einheiten nur wenige Runden, viele Fragen blieben unbeantwortet. Zeit zu glänzen hatte freilich Red Bull: Am Vormittag war Carlos Sainz Jr. im Toro Rosso Schnellster, am Nachmittag erzielte Daniil Kwjat von Red Bull Racing Tagesbestzeit. Weltmeister und WM-Leader Lewis Hamilton traute sich hingegen nur sechs bzw. acht Runden auf den Suzuka International Circuit und kam auf die Plätze fünf und drei.

"Es gab nicht viel zu lernen heute", kommentierte dies der Brite. Teamkollege Nico Rosberg ging es ähnlich zurückhaltend an, er kam trotzdem auf die Plätze drei und zwei. "Der heutige Tag war irrelevant, denn am Wochenende wird es trocken", erklärte Hamilton. Motorsportchef Toto Wolff ergänzte: "Bei solchen Bedingungen brauchst du nichts testen oder riskieren."

Vettel: "Nach so einem Tag weiß man nicht, wo man steht"
Sebastian Vettel kam in den insgesamt drei Stunden in seinem Ferrari wenigstens auf 31 Runden, wagte aber ebenfalls keine Prognose für das Duell mit den Silberpfeilen. "Nach so einem Tag weiß man nicht, wo man steht", sagte der Deutsche. "Generell war das heute nicht das Gelbe vom Ei, wenn man nicht so viel fahren kann, wie man will. Es war nicht der beste Tag."

Gleich acht Autos blieben wegen des Regens im ersten Training ohne Zeit. Red Bull und der viel kritisierte Motorenhersteller Renault durften sich hingegen ebenso ein wenig freuen wie Carlos Sainz Jr. Der Sohn des ehemaligen und gleichnamigen Rallye-Weltmeisters kam in seiner erst 14 Rennen alten Formel-1-Karriere erstmals zu einer Trainings-Bestzeit.

Lotus nagt weiter am Hungertuch bzw. an Chips
Das an argen Finanzproblemen leidende Lotus-Team hingegen darf weiterhin nicht in seine eigene Hospitality. Auch die Fracht war erst verspätet in Japan eingetroffen. Reservepilot Jolyon Palmer - am Freitag anstelle von Romain Grosjean im Einsatz - schaffte gerade eine Installationsrunde, zeigte aber Humor. Er tweetete ein Foto von sich auf dem Boxen-Boden sitzend beim Chips-Knabbern. "Genießen der Team-VIP-Hospitality", schrieb er als Text darunter.

Wie die Kräfteverhältnisse an der Spitze nach dem unerwarteten Einbruch von Mercedes in Singapur nun in Japan aussehen, war nach dem Auftakt in das Grand-Prix-Wochenende noch nicht zu beurteilen. Gegensätzlicher hätte das Wetter auch nicht sein können, vom schwül-heißen Singapur ins nur 20 Grad warme und verregnete Suzuka. "Es ist bei den Bedingungen echt schwer, Vergleiche zu ziehen. Jeder ist zu einem anderen Zeitpunkt draußen und mit unterschiedlichen Reifen unterwegs", erklärte Vettel.

Hamilton: "Es ist ein bisschen so, als fahre man auf Eis"
Oder wie es Hamilton in seiner Kolumne für den britischen Sender BBC schrieb: "Es ist ein bisschen so, als fahre man auf Eis." Vettel, Hamilton und Rosberg zogen eine meterhohe Gischt hinter ihren Wagen her. Vorerst ist für Samstag und Sonntag allerdings etwas besseres Wetter über der Präfektur Mie prognostiziert. Allerdings ist Suzuka für Regenrennen und schwerste Bedingungen bekannt.

So wie im vergangenen Jahr, als der Grand Prix, den Hamilton vor Rosberg und Vettel gewann, hinter dem Safety Car gestartet worden war. Auf regennasser Strecke war an diesem 5. Oktober 2014 gegen Ende der Franzose Jules Bianchi von der Strecke abgekommen und mit seinem Marussia in einen Bergekran gekracht. Er starb rund neun Monate später an seinen schweren Kopfverletzungen.

Das Ergebnis des 2. Trainings:
1. Daniil Kwjat (RUS)       Red Bull-Renault      1:48,277 Min.
2. Nico Rosberg (GER)      Mercedes              1:48,300
3. Lewis Hamilton (GBR)    Mercedes              1:48,853
4. Daniel Ricciardo (AUS)  Red Bull-Renault      1:49,097
5. Sebastian Vettel (GER) Ferrari                   1:50,268
6. Kimi Räikkönen (FIN)     Ferrari                   1:50,319
Weiter:
7. Carlos Sainz Jr. (ESP)    Toro Rosso-Renault  1:50,418
8. Max Verstappen (NED)   Toro Rosso-Renault  1:50,542

Das Ergebnis des 1. Trainings:
1. Carlos Sainz Jr. (ESP) Toro Rosso-Renault      1:49,434 Min.
2. Daniil Kwjat (RUS)      Red Bull-Renault          1:49,938
3. Nico Rosberg (GER)     Mercedes                  1:50,077
4. Sebastian Vettel (GER) Ferrari                     1:50,519
5. Lewis Hamilton (GBR)    Mercedes                 1:50,722
6. Max Verstappen (NED) Toro Rosso-Renault    1:50,940
7. Kimi Räikkönen (FIN)   Ferrari                       1:51,212
Ohne Zeit u. a. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull-Renault

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