Do, 14. Dezember 2017

Klimaschützer

24.09.2015 17:19

Humus-Pioniere suchen frischen Nachwuchs

Ein kleiner Schritt im Kampf gegen den Klimawandel: Seit acht Jahren läuft – ausgehend von der Ökoregion Kaindorf – das Projekt "Humusaufbau". Ein Kerngedanke: Durch gesündere Böden entweicht weniger CO2 in die Luft. 200 Landwirte machen österreichweit mit, "frischer Nachwuchs" wird gesucht.

Zwei Äcker, zwei Welten: Zuerst das normale Maisfeld, hier muss sich Gerald Dunst anstrengen, um mit dem Spaten in die Erde einzudringen. "Der Humusanteil vieler Böden ist gering. Sie sind verdichtet, können die Niederschläge zu wenig aufnehmen, was bei Trockenheit zu größeren Ernteeinbußen führt", zeichnet der Experte der Ökoregion ein eher düsteres Bild.

Daneben ein Acker, auf dem seit 2007 Humusaufbau betrieben wird. Der Spaten gleitet leicht in das Erdreich. Dunst: "Der Boden ist trotz Trockenheit locker, das Wasser dringt rasch ein und wird besser gespeichert." Auch viel mehr Kohlenstoffe werden im Boden gebunden.

"Landwirt muss Nerven haben"
Beide Äcker gehören zum Hof von Hans-Peter Spindler aus Hartl. Er war ein Pionier: "Am Anfang muss man mit Ertragseinbußen rechnen, nach drei oder vier Jahren stellt sich aber der Erfolg ein." Die Erträge auf seinen Humus-Äckern sind nun stabiler, der Düngereinsatz viel geringer. "Man muss als Landwirt Nerven haben", sagt Spindler. Derzeit machen österreichweit gut 200 Landwirtschaftsbetriebe mit insgesamt 1000 Hektar mit.

Daten & Fakten

  • Humusaufbau erfolgt durch Düngung mit Kompost (anstelle von Handelsdünger und Gülle), Verzicht auf den Pflug, Dauerbegrünung und Fruchtfolge.
  • Da die Landwirte einen Mehraufwand haben, erhalten sie von der Ökoregion 30 Euro je Tonne CO2, die durch den Humus eingespart wird (Untersuchungen der Bodenproben im Labor).
  • Die Ökoregion wiederum verkauft Zertifikate (45 Euro für eine Tonne CO2) an Unternehmen wie etwa dem Farbenhersteller Sto. Diese können somit "CO2-neutrale" Produkte anbieten.
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