Mo, 20. November 2017

Alles Schwindel?

23.09.2015 10:28

Teppich-Trick auf dem Mönchsberg

Mysteriöse Gäste mieteten sich am Wochenende in das Hotel Mönchstein ein. Die Unbekannten zeigten im Park eine Perserteppich-Ausstellung. Ein Paar aus Salzburg besuchte diese und kaufte. Doch statt eines wertvollen Stückes erhielten sie minderwertige Ware, wie die Bewertung eines Salzburger Experten zeigte.

An vielen Stellen in Salzburg waren die Plakate zu sehen. "Totalliquidation von Perserteppichen" hieß es darauf. Interessierte wurden auf Schloss Mönchsberg geladen - ein prominenter Ort, der kaum Verdacht aufkommen lässt. Ein Paar aus Salzburg schaute sich das Angebot an. Nach Gesprächen mit den Verkäufern entschloss es sich zum Kauf und erstand einen Teppich für 1500 Euro. Dafür bekamen sie auch ein "Zertifikat" in die Hand gedrückt. Kurz nach dem Verkauf packten die Händler ihre Sachen zusammen und fuhren mit einem weißen Kastenwagen davon. Sie hatten sich im Hotel Zimmer gemietet, die Teppich-Schau fand im Park davor statt.

Minderwertige Ware statt Perserteppichen verkauft
Dem 77-jährigen Käufer kamen dann doch Zweifel an der Echtheit. Er brachte die Ware zum Teppichhändler Einy in Maxglan. "Ich musste ihm leider sagen, dass der gekaufte Teppich bei weitem nicht so viel Wert ist. Er wurde definitiv maschinell hergestellt", schildert Besitzer Daniel Einy. Ein Kaufpreis von etwa 50 Euro wäre angemessen gewesen. Offenbar hatten die Aussteller echte Perser aufgehängt, um damit die Kunden anzulocken. Von Seidenteppichen war die Rede. Beim Kauf wurden diese dann durch minderwertige Ware ausgetauscht. "Ich bin mir sicher, dass da noch mehr Personen reingefallen sind", mutmaßt Einy. Er informierte auch gleich das Hotel. "Dort war man schockiert. Von einem Verkauf wusste man nichts, nur von der Ausstellung."

Immer wieder kommen Opfer von Betrügern zum Experten nach Maxglan und lassen ihre Einkäufe schätzen. Die Teppichwerkstatt ist der größte Dienstleister in dieser Branche in Salzburg. Erst vor kurzem waren Betrüger unterwegs, die von Tür zu Tür gingen und versuchten minderwertige Teppiche zu verkaufen. Wer sich einen Teppich kaufen will, geht am besten zu einem Unternehmen in Salzburg, das schon lange ansässig ist. Die Polizei vermutet, dass es sich um eine Bande aus dem Roma-Milieu aus Osteuropa handeln könnte, Ermittlungen sind im Gang.

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