Fr, 15. Dezember 2017

Rebellen beschuldigt

21.09.2015 21:39

Granatenangriff auf russische Botschaft in Syrien

Die russische Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist unter Beschuss geraten. Am Sonntag schlug eine Granate auf dem Botschaftsgelände ein. Verletzt wurde zwar niemand, doch der Angriff, der syrischen Rebellen vorgeworfen wird, könnte den Syrien-Konflikt weiter eskalieren lassen. Das russische Außenministerium fordert nun "konkrete Taten" von der internationalen Gemeinschaft.

"Wir verurteilen diesen kriminellen Beschuss der russischen diplomatischen Vertretung in Damaskus und erwarten eine klare Stellungnahme zu diesem Terrorakt von allen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft, auch von regionalen Akteuren", teilte das russische Außenministerium am Montag mit. Notwendig seien "konkrete Taten", nicht bloß Worte.

Moskau: "Aufständische haben Unterstützer von außen"
Nach Angaben des russischen Außenministeriums ging die Granate Sonntagfrüh auf dem Botschaftsgelände nieder und bohrte sich "tief in den Boden" - Schäden gab es demnach aber nicht. Der Beschuss sei "aus Richtung Jobar gekommen, wo die gegen die Regierung gerichteten Aufständischen ansässig" seien. Das Ministerium erklärte weiter, die Aufständischen hätten "Unterstützer von außen", die ihr Handeln beeinflussten.

Die russische Botschaft war bereits in der Vergangenheit von Granaten getroffen worden. Im Mai wurde ein Mensch getötet, als Mörsergranaten in der Nähe einschlugen. Beim Einschlag von Mörsergranaten auf dem Botschaftsgelände im April wurden drei Menschen verletzt.

Russische Kampfjets, Drohnen und Transporthubschrauber
Die USA werfen Russland vor, derzeit massiv Truppen und militärisches Gerät im Bürgerkriegsland zu konzentrieren. Nach Angaben von US-Vertretern befinden sich bereits 28 russische Kampfflugzeuge in Syrien. Die Jagd- und Kampfjets seien in der westsyrischen Provinz Lattakia stationiert worden, einer Hochburg von Machthaber Bashar al-Assad, sagte ein US-Beamter am Montag. Ein zweiter Beamter bestätigte diese Zahl und sprach zudem von rund 20 Kampf- und Transporthubschraubern. Demnach hat Russland in Syrien auch Aufklärungsdrohnen im Einsatz.

Kreml will Assad in Kampf gegen IS einbinden
Diese Berichte schüren Befürchtungen, Moskau könne sich an der Seite von Syriens Staatschef Assad den Kämpfen anschließen. Moskau argumentiert, lediglich lange bestehende Militärverträge zu erfüllen und keine militärischen Operationen durchzuführen. Zugleich bemüht sich Russland, die US-geführte Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zum gemeinsamen Kampf mit Assad gegen die Extremisten zu gewinnen.

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