Mo, 18. Dezember 2017

ZAMG-Studie belegt:

21.09.2015 12:50

Extrem trockene Phasen im Alpenraum nehmen zu

Vor allem die Sommermonate könnten in den kommenden Jahrzehnten im gesamten Alpenraum deutlich mehr Dürre-Perioden bringen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die die möglichen Auswirkungen des Klimawandels im erweiterten Alpenraum - von Ostfrankreich bis Westungarn sowie Süddeutschland bis Norditalien - untersucht hat.

Der heurige Sommer hat Teilen Mittel- und Südeuropas ungewöhnlich heißes und trockenes Wetter beschert. Im Gebiet von Oberösterreich über Niederösterreich und Wien bis zum Nordburgenland war es sogar der trockenste Sommer seit dem Jahr 1911. Die Vegetation stand in einem Trockenstress, wie er sonst nur im südlichen Mittelmeerraum zu beobachten ist.

Süden trockener, Norden feuchter
Dieser Sommer entspricht den Szenarien globaler Klimamodelle, die für die nächsten Jahrzehnte einen trockeneren Süden Europas und einen feuchteren Norden Europas erwarten lassen, erklärte die ZAMG in einer Aussendung. Über dem Alpenraum, der in der Übergangszone dieser zwei gegensätzlichen Entwicklungen liegt, gab es laut Klimaforscher Klaus Haslinger bisher nur wenige Untersuchungen. "Unser Ziel war, mit den Rahmenbedingungen der globalen Klimamodelle erstmals zu untersuchen, wie sich die Trockenheit im Alpenraum in den unterschiedlichen Regionen und in den unterschiedlichen Jahreszeiten entwickelt", erläuterte der Forscher.

"Ein Ergebnis zeigt sich in allen Regionen ziemlich ähnlich", berichtete Haslinger, "in den Sommermonaten Juni, Juli, August zeigen die Klimamodelle, dass extrem trockene Phasen deutlich zunehmen. Der Grund dafür ist in den Alpen und nördlich davon vor allem, dass es im Sommer immer weniger regnet. Südlich der Alpen bis zum Mittelmeer spielt dagegen die steigende Temperatur die wichtigste Rolle. Hier regnet es im Sommer ohnehin wenig, aber in einem wärmeren Klima verdunstet das im Boden gespeicherte Wasser deutlich stärker."

Häufiger trockene Phasen im Flachland
Für den Winter zeigt die Studie regional sehr unterschiedliche Ergebnisse. Direkt im Bereich der Alpen sind unter den verwendeten Klimaszenarien wärmere und feuchtere Winter zu erwarten. Überall sonst, ganz besonders südlich der Alpen, könnte die Trockenheit im Winter ebenfalls zunehmen, wenn auch nicht so stark wie im Sommer. Die Ergebnisse lassen sich grob auf einzelne Regionen Österreichs umlegen, erklärte Haslinger: "Im Großteil des Berglands dürfte sich in Österreich in Bezug auf die Trocken-Perioden in den nächsten Jahrzehnten nicht viel ändern. Hingegen können die sehr trockenen Phasen im Gebiet vom Flachland Niederösterreichs über Wien, das Burgenland und die südliche Steiermark bis Unterkärnten zunehmen."

Bei Analysen von Klimaszenarien müssen auch die Unsicherheiten, die in den Modelldaten für die Zukunft stecken, im Auge behalten werden, erläuterte die ZAMG. Die Verlässlichkeit der Ergebnisse aus den Szenarien müsse weiter überprüft werden. Haslinger: "Sehr spannend, und immer noch nicht ausreichend untersucht, ist die Frage, wie sich die Wetterlagen in einem geänderten Klima entwickeln.

Hochdruckgürtel rückt weiter gegen Norden vor
Viel deutet darauf hin, dass sich der subtropische Hochdruckgürtel im Sommer weiter in den Norden ausbreitet. Damit erreichen Wetterlagen, die für den Mittelmeerraum typisch sind auch Mitteleuropa, mit zumeist sehr heißem und trockenem Wetter. Allerdings hängt von der genauen Lage der Hochdruckgebiete ab, wie sich das Wetter im Detail in Österreich entwickeln wird. Ob es zum Beispiel ein heißer und trockener Sommer wird, wie 2015. Oder ob sich durch eine warme und feuchte Südströmung heftige Gewitter bilden, wie im Sommer 2012, der in Österreich zahlreiche Unwetter brachte."

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