Mo, 11. Dezember 2017

Große Existenzangst

19.09.2015 17:21

Bauern-Protest gegen den Verfall der Preise

Von dem Geld, das Kunden für Lebensmittel ausgeben, kommt beim Bauern nur ein geringer Teil an – und der schrumpft von Jahr zu Jahr. Samstag gingen Landwirte in allen Bezirken auf die Straße, um Kunden als Verbündete zu gewinnen. Gefordert wird auch eine Agrarmarkt-Control bei der Wettbewerbsbehörde, die dem Lebensmitteleinzelhandel auf die Finger schaut

Tempo 80, 50, 30: Die Autofahrer wurden Samstagvormittag auf der S37 bei Mölbling heruntergebremst. Traktoren blockierten die Fahrbahn, riesige grüne Transparente wurden von den Frontladern gegen den Himmel gehalten. Polizei und Streckendienst leiteten die Fahrzeuge um. Bei der Abfahrt warteten die Bauern und Bäuerinnen. "Wir müssen was tun; zur Bewusstseinsbildung", betont Ferkelzüchter Siegfried Weitschacher und reicht einem Autolenker den Info-Zettel und eine Parkuhr mit der Aufschrift: "5 vor 12 – Ich spare bei Strafzetteln – aber nicht bei unseren Bauern!"

"Vom Motto 5 vor 12 werden wir wohl im Countdown herunter zählen müssen. Die einmalige Aktion wird nicht reichen", so Martin Gruber, der Bauernbund-Bezirksobmann. "Aber die Zeit drängt. Die Bauern können kaum noch kostendeckend produzieren, die Betriebe können einer Familie kaum das Überleben sichern. Denn vom Endkundenpreis kommt immer weniger beim Bauern an!"

Um auf den Preisverfall hinzuweisen, sind die Bauern am Samstag in allen Bezirksstädten auf die Straße gegangen. 2012 bekam der Bauer vom Verkaufspreis eines Kilo Fleisches noch 17,3 Prozent, heute sind es nur noch 13,7 Prozent. Der Bauernanteil bei Brot ist von 2011 bis heute von 6,4 auf 5,2 Prozent gesunken, bei Milch binnen zwei Jahren von 33,8 auf 28,6 Prozent.

"Die immer größer werdende Spanne im Handel macht uns hin!", so Gruber. Daher wolle man die Konzerne in die Pflicht nehmen. Wie berichtet, fordert ja Landwirtschaftskammer-Chef Johann Mößler von den Handelsketten faire Preise für die Bauern.

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