Sa, 18. November 2017

Salzburger Bahnhof:

19.09.2015 12:04

Gratis-Essen für Flüchtlinge, nicht für Obdachlose

Insgesamt stehen 1600 Soldaten derzeit wegen der Flüchtlingskrise im Assistenzeinsatz. In Salzburg sind 85 am Bahnhof im Einsatz, wo sie die Polizei beim Ordnungsdienst und bei der Überwachung der Gleise sowie bei der Sicherung von Notunterkünften unterstützen. Einer dieser Soldaten sprach gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin "Focus" über Mitleid mit Flüchtlingen, aber auch über Zwischenfälle bei der Verpflegung. Immer wieder sollen Obdachlose versuchen, an Gratis-Essen zu kommen. Die Polizei habe bereits mehrere Male eingegriffen.

"Größere Probleme hatten wir hier mit den Obdachlosen", so der Bundesheerangehörige gegenüber dem deutschen Blatt. Die Obdachlosen versuchten immer wieder, sich während der Essensausgabe in die Nähe der Notquartiere der Flüchtlinge zu schleichen und Essen zu stehlen. Dabei sei es zu "Reibereien" gekommen.

"Kriegsflüchtlinge aus Syrien sagen drei Mal Danke"
Auch den Unterschied zwischen Wirtschafts- und Kriegsflüchtlingen will der österreichische Soldat ausgemacht haben. Kriegsflüchtlinge aus Syrien würden "schon drei Mal Danke sagen, bevor man ihnen überhaupt einen Gefallen getan" habe. Wirtschaftsflüchtlinge hingegen verhielten sich ganz anders und würden sogar absichtlich Müll hinterlassen.

Nachdem es in den letzten beiden Tagen zu einer Beruhigung der Situation in Salzburg gekommen war, wird für Samstag erneut ein größeres Flüchtlingsaufkommen auf dem Hauptbahnhof erwartet. Über Nacht sind nämlich 6700 Menschen über die burgenländische Grenze nach Österreich gekommen.

Zehn Millionen Euro Mehrausgaben für Salzburg
Die Flüchtlingshilfe bedeutet auch eine budgetäre Herausforderung für das Land Salzburg, wie Finanzreferent Christian Stöckl feststellte. Im laufenden Budgetvollzug 2015 ergeben sich "nicht vorhersehbar und damit nicht budgetiert gewesene Mehrausgaben" von rund zehn Millionen Euro. Vor allem die Kosten für die Flüchtlingshilfe, die Grundversorgung, die Mindestsicherung und die notwendigen Ausgaben für die baulichen Maßnahmen der entsprechenden Unterkünfte würden sich zu Buche schlagen, so Stöckl.

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