Sa, 25. November 2017

Salzburg-Ring

17.09.2015 20:53

Mit Mateschitz lebt der Traum von der Motorrad-WM

Das Land Salzburg braucht Geld. Deswegen ist der Verkauf des Salzburgrings seit längerem Thema. Und mit Red Bull-Boss Mateschitz ist mittlerweile so gut wie alles geklärt, wie Ring-Geschäftsführer Alex Reiner bestätigte. Die Region hofft auf einen Investitionsschub - und die Rückkehr der Motorrad-WM ist im Hinterkopf.

Jene Vollgas-Fans, die sich in den jüngsten Jahren Sorgen um den Fortbestand ihres Salzburgrings gemacht haben, dürfen vorsichtig aufatmen. Das 1969 als regionaler Wirtschaftsmotor in den Nesselgraben "gestanzte" Rennstrecken-Areal dürfte 2019 sein 50-Jahr-Jubiläum mit Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz als Eigentümer erleben. "Wir hoffen, dass mit 1. Jänner 2016 alles über die Bühne ist", sagt Ring-Geschäftsführer Alexander Reiner. Der Noch-Eigentümer, das Land Salzburg, soll dem gebürtigen Steirer ein Angebot im einstelligen Millionenbereich unterbreitet haben.

Die Nachricht, wonach der Besitzer der Formel-1-Strecke im steirischen Spielberg auch bei der historischen Rundstrecke im Flachgau "zuschlagen" könnte, ruft bei den betroffenen Gemeinde-Oberhäuptern Freude hervor. "Das ist für uns ganz positiv", meint Plainfelds Bürgermeister Wolfgang Ganzenhuber. Seine Gemeinde hat mit 21 Hektar den größten Grundanteil an der Anlage. "Die Vergnügungssteuer bringt uns 80.000 Euro pro Jahr ein. Ein Fortbestand wäre wünschenswert. Es profitieren auch viele Vereine von den Veranstaltungen am Ring." Sein Koppler Pendant, Rupert Reischl, wäre über den finanzkräftigen Investor sehr erfreut, will aber wie ÖVP-Kollege Ganzenhuber Zusatzbelastungen für Anrainer vermeiden: "Es muss weiterhin ein Miteinander von Eigentümer, Gemeinden und Anrainern geben. Dazu müssen alle Auflagen der Betriebsstättengenehmigung erfüllt werden. Fakt: Es gibt wohl keine Rennstrecke in Europa, die in den schwarzen Zahlen ist. Dank gilt hier Alex Reiner."

Reiner betont, dass sich am Betrieb des Rings mit der Übernahme durch Mateschitz nichts ändern werde. "Betriebszeiten, motorsportfreie Sonntage und so weiter sind in einem Bescheid des Landes, der bis 2025 gilt, geregelt. Es ändert sich nur, dass wir als Interessensgemeinschaft Salzburgring die Pacht nicht mehr an das Land Salzburg, sondern an Herrn Mateschitz zahlen", sagt Reiner. Das Pachtzins beträgt seinen Angaben nach rund 100.000 Euro im Jahr. Reiner betonte, dass Mateschitz beim Salzburgring schon "länger mithelfe", er sich nun mit Spielberg Synergieeffekte erhoffe.

"Kein Geheimnis, dass MotoGP nach Salzburg zurück will"
Und letztlich hofft auch die Region mit der Mateschitz-Übernahme auf Investitionen. Unter anderem muss der 4,2 km lange Rundkurs neu asphaltiert werden. Erst dann kann man mittelfristig auch wieder von echten Motorsport-Highlights träumen. "Nach der Formel 2 mit Jochen Rindt waren die Motorrad-WM-Läufe bis Mitte der 1990er-Jahre mit knapp 100.000 Zuschauern absolute Fan-Magnete", betonte Florian Mrazek, Autor des Buches "Legende Salzburgring". Dass die Motorrad-WM mit Mateschitz als Eigentümer wieder einmal Thema werden könnte, bestätigte auch Reiner. "In den nächsten zwei, drei Jahren sicher nicht, aber es ist kein Geheimnis, dass der Promotor der MotoGP liebend gerne nach Salzburg zurückkommen würde."

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