Mo, 18. Dezember 2017

17.09.2015 16:06

Gut, dass es diese Menschlichkeit gibt...

Sie raunzen nicht am Stammtisch, sie profilieren sich nicht im Internet – die freiwilligen Flüchtlingshelfer packen an! Ein Besuch am Schwarzl-See:

Die aktuell großen Herausforderungen für unser kleines Land werden ausführlich diskutiert. Am Stammtisch, im Internet. Mehr oder – viel öfters – weniger gehaltvoll wird viel geschrieben, noch mehr geredet. Unterm Strich gibt’s aber keine einfache(n) Lösung(en). Unterm Strich brauchen jene Menschen, die jetzt in der Steiermark stranden, Hilfe. Punkt.

So sehen es auch die vielen Freiwilligen, die zur Zeit in der Notunterkunft am Schwarzlsee bei Graz anpacken, damit es eben KEIN „Asylchaos“ gibt.

Die dortige Steiermarkhalle war in der Nacht zum Donnerstag mit 900 Flüchtlingen voll belegt. Jetzt – am Vormittag – werden sie zu den Bussen Richtung Deutschland geleitet. Ursula Schwarz hilft seit den frühen Morgenstunden, den Transport zu koordinieren: „Ich hab‘ eine Woche Urlaub und stelle mich gerne in den Dienst der guten Sache. Uns geht es so gut, da kann man auch was zurückgeben.“

Die Schicksale, mit denen Helfer konfrontiert werden, sind unbeschreiblich. Wie geht man mit einem Lebensmittelhändler um, der bei einem IS-Überfall alles verloren hat? Er weiß nicht, warum seine Familie sterben musste, sein Geschäft in Syrien beschlagnahmt wurde.

„Wir versuchen, so gut es geht Geborgenheit zu vermitteln. Aber ohne die freiwilligen Helfer würden wir es nicht schaffen“, erzählt Wolfgang Krenn, Bundeseinsatzleiter vom hier zuständigen Samariterbund. Zur Zeit ist es ruhig in der Halle. Aber der Schein trügt. Monika Frühbauer, eine der guten Seelen dieser Tage, richtet schon wieder Notbetten her : „Ich bin ja schon in Pension – und hab‘ Zeit.“ Die Dankbarkeit der Menschen sei berührend. „Da kommt so viel zurück!“ Mit – von mancher Seite geneideten Smartphones – würden Selfies gemacht. „Seht her – wir leben!“, lautet meist die glückliche Botschaft in die ferne Heimat.

Ein Team von Jugend am Werk, Studenten, Pensionisten, Schüler, Berufstätige – bis zu 80 Helfer waren am Donnerstag im Einsatz. Die Koordination läuft über eine Hotline und das Internet. Krenn: „Die Hilfsangbebote der Steirer sind sehr großzügig. Ob es um Sachspenden geht oder eben um freiwillige Mitarbeit – wir versuchen das was gerade notwendig ist, je nach Dringlichkeit zu kommunizieren.“

Tel.: 0 3135/ 52 00 211

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