Di, 12. Dezember 2017

Tsunami-Warnung

17.09.2015 09:23

Mehrere Tote bei schwerem Erdbeben in Chile

Ein schweres Erdbeben hat am Mittwoch Chile erschüttert und eine Tsunami-Warnung samt Massenevakuierung ausgelöst. Durch das Beben der Stärke 8,3 starben nach Behördenangaben vom Donnerstag mindestens fünf Menschen, ein weiterer wurde vermisst. Etwa eine Million Menschen an der Küste des südamerikanischen Landes mussten wegen Tsunami-Gefahr ihre Häuser verlassen.

Das Beben im Zentrum des südamerikanischen Landes hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte eine Stärke von 8,3. Es ereignete sich demnach 230 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Das Nationale Erdbebenzentrum korrigierte seine Angaben zur Stärke des Erdbebens mehrfach nach oben. Das Beben ereignete sich demnach um 19.54 Uhr (Ortszeit; Donnerstag 00.54 Uhr MESZ) in einer Tiefe von elf Kilometern. Es zog eine Tsunami-Warnung für Chiles Pazifikküste nach sich, nur ein paar Regionen an der Südküste wurden ausgenommen.

Mehrere Häuser eingestürzt
In Illapel in der Nähe des Epizentrums stürzten mehrere Häuser ein, wie Innenminister Jorge Burgos mitteilte. Auch in Santiago de Chile waren die Erschütterungen deutlich, Tausende Menschen liefen in Panik auf die Straße. "Die Erschütterungen waren erst leicht und dann immer stärker", sagte die Hauptstadtbewohnerin Jeannette Matte. In Santiago de Chile leben 6,6 Millionen Menschen. In der nahe gelegenen Hafenstadt Valparaiso verbrachten viele Menschen die Nacht sicherheitshalber unter freiem Himmel.

Chiles Staatschefin Michelle Bachelet kündigte für Donnerstag einen Besuch in den am stärksten betroffenen Gebieten an. In einer Pressekonferenz warnte sie zugleich vor Nachbeben, die Lage müsse "von Minute zu Minute" überprüft werden. Bachelet sagte, es habe einen Tsunami gegeben, zuletzt seien die Wellen aber schwächer geworden.

Mehrere Todesopfer
Innenstaatssekretär Mahmoud Aleuy teilte Donnerstagfrüh mit, es gebe mindestens fünf Todesopfer. Ein weiterer Mensch werde vermisst. Die Zahl der Menschen, die von der Evakuierungsaktion an Chiles Pazifikküste betroffen waren, gab Aleuy mit einer Million an. Auch die 3700 Kilometer vor dem Festland gelegenen Osterinseln sollten evakuiert werden.

Zunächst hatten Behördenvertreter von mindestens zwei Todesopfern und etwa zehn Verletzten gesprochen. Einer Frau sei in Illapel nahe dem Epizentrum des Bebens ein Teil eines Daches auf den Kopf gefallen. Ein 86-Jähriger sei im Ort Maipu in der Hauptstadtregion an einem Infarkt infolge des Bebens gestorben, sagte Bürgermeister Christian Vittori.

Beben auch in Buenos Aires spürbar
Selbst in der 1400 Kilometer entfernten argentinischen Hauptstadt Buenos Aires war das Erdbeben spürbar. "Wir sind in Panik geraten, das Gebäude hat nicht aufgehört zu wackeln", sagte die 65-jährige Einwohnerin Celina Atrave der Nachrichtenagentur AFP.

Peru hob die Tsunami-Warnung für seine Küste nach kurzer Zeit auf, auch für die US-Staaten Kalifornien und Hawaii sowie Französisch-Polynesien waren Tsunami-Warnungen ausgegeben worden. Schwächere Flutwellen wurden in Japan und Neuseeland erwartet.

Immer wieder Erdbeben in Chile
Laut chilenischem Innenministerium handelte es sich um das sechstschwerste Erdbeben in der Geschichte des Anden-Landes. Chile liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt, stoßen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander. Weil sie ständig in Bewegung sind, wird Chile immer wieder von Erdstößen erschüttert. Im Februar 2010 waren durch ein Beben der Stärke 8,8 und einen anschließenden Tsunami in Chile mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Der damalige Schaden belief sich auf umgerechnet rund 27 Milliarden Euro.

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