So, 19. November 2017

Teure Wartezeiten

16.09.2015 17:01

Grenzsperren belasten bereits heimische Wirtschaft

Die verschärften Kontrollen an Österreichs Grenzen werden teuer. Neben 13,8 Millionen Euro, die für die vorerst geplanten zehn Tage Grenzeinsatz durch Polizei und Bundesheer anfallen, führen die Maßnahmen auch bei der heimischen Wirtschaft bereits jetzt zu finanziellen Einbußen. Wegen der Staus verzögern sich etwa beim größten Autohändler Porsche Holding die Auslieferungen um zwei Tage, BMW Steyr fährt ein Notprogramm, Frächter haben 2,5 Millionen Euro an Mehrkosten.

Von knapp 14 Millionen Euro für den Grenzeinsatz machen 2,4 Millionen die Personalkosten des Bundesheers für den Assistenzeinsatz aus, 7,7 Millionen muss die Exekutive aufbringen. Der Rest läuft unter Sachaufwand. Gemäß Schengen-Regeln sind die Grenzkontrollen zunächst einmal für den Zeitraum von zehn Tagen möglich und daher von der Regierung auch auf diese Periode angesetzt. Begründet wird die Maßnahme damit, dass Österreich durch die in Deutschland eingeführten Kontrollen handeln habe müssen. "Keine vorübergehende Einführung der Grenzkontrollen würde bedeuten, dass Tausende Fremde in das Bundesgebiet einreisen, ohne dass die Weiterreise nach Deutschland gesichert ist", heißt es in der entsprechenden Verordnung des Innenministeriums.

Drei Stunden Wartezeit an den Grenzen
Doch auch für die österreichische Wirtschaft bedeuten die Grenzkontrollen und die damit verbundenen Staus finanzielle Verluste. "Wir rechnen derzeit mit durchschnittlich drei Stunden Grenzwartezeiten in Oberösterreich, Salzburg und Nickelsdorf. Mal 50 Euro pro Stunde je Lkw für Personal usw. macht das in Summe 2,5 Millionen Euro pro Tag. Wegen der Notsituation bräuchten wir befristet flexiblere Ruhezeitenregeln für die Fahrer und eine Absenkung der Maut um zehn Prozent", klagt Frächter-Obmann Alexander Klacska. Führen auch noch Slowenien und Italien Grenzkontrollen ein, dann drohe ein "Flächenbrand".

Wegen der möglichst engen Zeitpläne in Industrie und Handel gibt es in der Logistikkette kaum Puffer. BMW Steyr etwa schickt täglich mehr als 3000 Motoren in die Autowerke nach Deutschland und hat vorsorglich mit früheren Lieferterminen mehr Triebwerke auf die Reise gebracht. Vorerst kommt man so durch. Beim größten heimischen Autohändler, Porsche Salzburg (VW, Audi, Skoda etc.), kommen fertige Autos um zwei Tage später nach Österreich. Betroffen sind etwa Audis aus der Fabrik im ungarischen Györ.

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