Mo, 18. Dezember 2017

Mark Zuckerberg:

17.09.2015 10:11

Facebook soll "Gefällt mir"-Alternativen bekommen

Das US-amerikanische Online-Netzwerk Facebook arbeitet nach jahrelangem Zögern nun doch an der Einführung von "Gefällt mir"-Alternativen. "Die Menschen haben seit vielen Jahren nach einem 'Dislike'-Button gefragt", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei einer Fragerunde in der Firmenzentrale. "Wir haben euch endlich gehört."

Anlass war die online gestellte Frage eines Nutzers bei der Diskussionsveranstaltung im kalifornischen Menlo Park, der wissen wollte, warum Facebook neben dem Button "Gefällt mir" ("Like") nicht auch die Möglichkeit gebe, Einträge anderer User mit "Tut mir leid", "Interessant" oder "Gefällt mir nicht" zu kommentieren.

"Wahrscheinlich haben Hunderte danach gefragt und heute ist ein besonderer Tag, denn heute ist der Tag, an dem ich tatsächlich sagen kann, dass wir daran arbeiten und kurz vor dem Beginn eines Tests stehen", sagte Zuckerberg. Sein Unternehmen habe dafür eine Weile gebraucht, "weil wir Facebook nicht in ein Forum verwandeln wollen, in dem Leute über die Einträge anderer Leute abstimmen". Dies sei "nicht die Art von Gemeinschaft, die wir schaffen wollen".

"Gefällt mir" ist oft unpassend
Zuckerberg räumte aber ein, dass es unpassend wäre, den "Gefällt mir"-Button zu nutzen, wenn es um einen Todesfall in der Familie oder die gegenwärtige Flüchtlingskrise gehe. In solchen Fällen müsse es für Facebook-Nutzer einen besseren Weg geben, auszudrücken, dass sie Verständnis haben. In Deutschland war Facebook in letzter Zeit wegen seiner Toleranz gegenüber Hasskommentaren über Flüchtlinge in die Kritik geraten.

Zuckerberg führte aber auch technische Gründe dafür ins Feld, dass es bisher keinen "Dislike"-Button gibt. "Es ist überraschend kompliziert", sagte er. "Aber wir haben eine Vorstellung, die wir wohl bald so weit fertig haben, dass wir sie testen können, und je nach dem, wie das läuft, werden wir das größer aufziehen", kündigte der Facebook-Gründer an.

Wohl kein echtes "Gefällt mir nicht"
Woran genau Facebook nun wirklich arbeitet, geht aus Zuckerbergs eher schwammigen Ankündigungen nicht so recht hervor. Ein echter "Gefällt mir nicht"-Button scheint eher nicht geplant zu sein. Vielmehr dürfte es "Gefällt mir"-Alternativen wie "Interessant" oder eben "Tut mir leid" geben - also generell eher positiv oder mitfühlend gemeinte Buttons, um die Facebook-Community nicht mit einem negativ nutzbaren "Gefällt mir nicht"-Knopf zu spalten.

Änderungen an den Grundmechaniken von Facebook wie neue Buttons sind für Zuckerberg und sein Team eine riskante Sache. Das soziale Netzwerk lebt davon, gern genutzt zu werden, Daten der Nutzer zu sammeln und Reklame zu zeigen. Selbst die kleinste Änderung, die Nutzern - oder auch Werbekunden - missfällt, kann zu handfesten finanziellen Verlusten bei dem börsennotierten Konzern führen. Entsprechend vorsichtig dürfte man an neuen "Gefällt mir"-Alternativen arbeiten.

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