Mo, 11. Dezember 2017

Flüchtlinge

15.09.2015 16:12

Hunderte mussten in der Garage bleiben

Nur wenige Flüchtlinge schafften es nach Einführung der Kontrollen noch über die Grenze nach Deutschland. Das letzte Notquartier in Kasern wurde von Soldaten mit vielen Feldbetten aufgestockt.

Die Flüchtlingskrise in Salzburg einen Tag nach der Grenzschließung der Deutschen - am Montag ging es Schlag auf Schlag:

-) Nach einer Nacht in der Garage ist die Stimmung in der Bahnhofsgarage mehr als angespannt. Niemand weiß, wie und vor allem wann es weiter geht. Die Flüchtlinge werden nach wie vor von der Caritas, dem Roten Kreuz und dem Samariterbund versorgt.

-) Erstmals nahm am Montag auch das Bundesheer eine tragende Rolle ein. 18 Soldaten vom Militärkommando unterstützten die Helfer und die Polizei vor Ort. Zusätzlich wurden zu Mittag noch ein Sanitätsteam mit einem Arzt am Bahnhofsvorplatz stationiert. Und am Nachmittag bauten die Soldaten eine Feldküche auf. Dabei wird auch darauf geachtet, dass kein Schweinefleisch verwendet wird. Vorerst gab es aber einmal Tee für die geschwächten Leute.

-) Die Soldaten "jagten" einigen der teils traumatisierten Flüchtlinge kurzfristig wegen der Uniform Angst ein. Die Dolmetscher konnten beruhigen. "Die sind nur hier, um zu helfen." So etwas sind die Kriegsflüchtlinge nicht gewöhnt...

Bahnstrecke nur kurzfristig geöffnet
-) Montag früh war die Bahnstrecke zwischen Salzburg und München mit Unterbrechungen wieder geöffnet. Regionalzüge durften aber nicht passieren, lediglich die Fernzüge konnten über die Grenze fahren. Dort wurden die Passagiere genau kontrolliert.

-) Schon kurz nach 9 Uhr traf ein Zug aus Graz mit 320 Flüchtlingen in Salzburg ein. Nach einer kurzen Wartezeit nahm Stadtpolizei-Chef Manfred Lindenthaler das Zepter in die Hand und winkte den Lokführer weiter. In Freilassing wurde wieder kontrolliert. Die Bahn konnte aber weiter nach München fahren.

-) Gleich mehrmals musste die Strecke aber gesperrt werden, weil sich mehrfach Flüchtlinge auf den Gleisen aufhielten. Sie wollten zu Fuß über die Grenze.

-) Auch ein zweiter Zug mit knapp 80 Flüchtlingen konnte mit etwas Verspätung noch am Vormittag von Salzburg aus Frankfurt ansteuern. Danach war aber wieder Schluss. Die ÖBB leiteten jene Züge, die normalerweise über das kleine Deutsche Eck fahren, über Zell am See nach Tirol um.

-) Die in der Bahnhofsgarage untergebrachten Menschen wurden in der Zwischenzeit unruhig. Einer Gruppe von mehr als 100 Personen gelang es auf einen Bahnsteig zu drängen. Die Leute wollten unbedingt nach Deutschland fahren.

-) Mit einem Polizeiaufgebot und einer vorübergehenden Sperre der Rolltreppen und Zugänge gelang es schließlich, die Flüchtlinge wieder halbwegs zu beruhigen und vor allem zur Ordnung zu rufen.

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